Hallo rschally,
Wie bereits bekannt, ist die Strecke Oldenburger Umland seit vielen Jahren zum Umbau freigegeben. Soweit ich mich erinnere, haben wir die Karte damals in zwei separate Maps aufgeteilt. Das klingt aus heutiger Sicht vielleicht ungewöhnlich, war zu Zeiten vor der 64-Bit-Umstellung jedoch durchaus üblich.
Es existiert zum einen die reguläre Strecke Bremen–Oldenburg aus dem Downloadbereich, bei der Bremen nicht vollständig fertiggestellt wurde und Oldenburg praktisch keine Ausgestaltung hat. Zusätzlich gab es die Karte Bremer Güterverkehr. Diese erstreckte sich von Bremen-Grolland bis zum Rangierbahnhof und beinhaltete auch den damaligen Abzweig zu Carl Katz in der Bremer Neustadt sowie den Bereich kurz vor dem Flughafen – wenn auch nur rudimentär ausgestaltet.
Aus diesem Grund existiert bis heute auch das Asset „Carl Katz“ von TDR im Downloadbereich von Railomanie. Dieses wurde damals eigens für den besagten Anschluss erstellt. In den 1980er Jahren war dieser Anschluss definitiv noch in Betrieb – dazu später mehr.
Vor diesem Hintergrund erscheint mir die Karte von Malkondo tatsächlich als die bessere Grundlage für deinen Umbau. Dort sind – wie du bereits festgestellt hast – die Strecke von Oldenburg bis Bremen, der Rangierbahnhof sowie die kompletten Abschnitte bis Farge und Verden bereits enthalten.
Müsste dort viel umgebaut werden? Ganz sicher. Das dürfte jedoch eine sehr ähnliche Aufgabenstellung sein wie der Umbau des Harznetzes auf Bundesbahnzeit. Teilweise ging das erstaunlich schnell, an anderen Stellen mussten wiederum komplette Kacheln neu gestaltet werden, weil sich die Gegebenheiten deutlich von heute unterschieden. Voraussetzung ist natürlich, dass man die entsprechenden Informationen in Büchern, Archiven oder im Internet findet.
Gerade bei historischen Projekten ist viel Recherchearbeit und auch etwas Zufall gefragt. Auf DSO stößt man beispielsweise manchmal in völlig unerwarteten Threads plötzlich auf Fotos eines Bahnübergangs oder Industrieanschlusses und denkt sich direkt: „Ah, hier könnte man noch etwas anpassen.“ Genau das hat mir persönlich beim Harz-Umbau großen Spaß gemacht. Und aus Erfahrung kann ich sagen: Ein Umbau geht meist deutlich schneller voran, als wenn man vor einer komplett leeren, grünen Karte sitzt und alles von Grund auf neu erstellen muss.
Nun einmal einige Informationen zum eigentlichen Thema – basierend auf Kindheitserinnerungen (ich bin in Bremen aufgewachsen) sowie eigenen Recherchen:
Auf dem YouTube-Kanal von Hans Werner finden sich erstaunlich detaillierte und lange Videos zum Betriebsablauf der Farge–Vegesacker Eisenbahn in den 1980er Jahren. Soweit ich mich erinnere, gibt es dort sogar Führerstandsmitfahrten. Für den Abschnitt Vegesack–Farge solltest du dort eigentlich nahezu alles finden, um die Strecke historisch korrekt umzusetzen.
Zu meiner Kindheit in den 1990er Jahren lagen die Gleise des alten Neustädter Güterbahnhofs auf jeden Fall noch, waren allerdings bereits außer Betrieb. Ob dort in den 1980er Jahren noch regulärer Verkehr stattfand, kann ich nicht sicher sagen. Definitiv bedient wurden damals jedoch noch das Industriegebiet in der Neustadt sowie die Gleisanschlüsse zum Flughafen. Auch der Lokschuppen am Bremer Hauptbahnhof dürfte zu dieser Zeit noch in Betrieb gewesen sein. Die Strecke Richtung Huchting war dagegen bereits lange stillgelegt. Museumsverkehr oder der sogenannte „Pingelheini“ dürften in den 1980ern meines Wissens ebenfalls noch keine Rolle gespielt haben.
Interessant am Rande: Im Laufe dieses Jahres beziehungsweise bis 2027 wird die Bremer Straßenbahn im Zuge der Verlängerung der Linien 1 und 8 große Teile dieser ehemaligen Trasse wieder befahren.
Über die Suchfunktion von DSO dürften sich zudem zahlreiche Bildergalerien und historische Beiträge zu Bremen und Oldenburg finden lassen – da werde ich selbst heute Abend wohl auch noch einmal stöbern.
Zum betrieblichen Aspekt und dem Rollmaterial sind wir im TSC meiner Meinung nach bereits recht gut aufgestellt.
Ich gehe stark davon aus, dass in den 1980er Jahren in Bremen im Wesentlichen ähnliche Fahrzeuge unterwegs waren wie noch in den 1990ern: Einheitsloks mit Silberlingen bzw. späteren Mintlingen – nur eben in älteren Farbgebungen wie Beige-Blau, Altrot oder Orientrot. Dazu BR 218 Richtung Wilhelmshaven und Cuxhaven, V60 für Rangieraufgaben in Bremen und vieles mehr.
Ähnlich wie bereits im Harz würden allerdings die Baureihen 614 und 624 schmerzlich fehlen. Nach den neuesten Aussagen sollen diese ja noch erscheinen, und auch für dein Netz würden sie eine Rolle spielen.
Apropos Harz: Die InterRegios aus bzw. in Richtung Harz ließen sich auf deiner Strecke theoretisch zweiteilig weiterführen – etwa Richtung Wilhelmshaven oder Emden. Auch das hätte einen gewissen Reiz.
Eigentlich wollte ich im TSC nichts Neues mehr anfangen. Sollte dein Projekt jedoch konkret Form annehmen, würde ich tatsächlich Unterstützung beim Thema Umgestaltung und Ausgestaltung anbieten. Der Umbau des Harznetzes hat mir damals große Freude bereitet – und Bremen ist schließlich meine alte Heimat.