Hallo zusammen,
zu Beginn zitiere ich mich einfach mal selbst aus dem „Wünsch dir was“-Thread:
Interessant fände ich mittlerweile eine Strecke, die in den 60´er oder frühen 70´er Jahren angesiedelt ist. Sozusagen als Piste für die ganzen alten E-Loks von vR und die Dampfloks von the forge. Sowas haben wir bisher garnicht im deutschen TSC. Mir persönlich würde auch ein Umbau einer bestehende Strecke reichen
Vorab schon einmal vielen Dank für die zahlreichen Klicks zu meinem letzten Update. Im Gegensatz zu meinem Video aus 2025 hat das neue Video weit über 1.000 Klicks erhalten. Die Downloadzahl der V1 ist in den letzten Monaten von knapp 5.000 auf über 11.000 hochgeschossen. Zusätzlich haben wir vor einigen Tagen eine großzügige Spende von einem User aus dem Forum erhalten. Das Interesse an unserer Strecke scheint also wieder etwas größer zu sein. Das motiviert erst einmal. 
Nun zu meinem Zitat: Im letzten Video habe ich in einem Nebensatz erwähnt, dass eine Siebziger-Jahre-Ausgabe des Harznetzes durchaus denkbar wäre. Daraufhin kam sofort ein Kommentar, dass so etwas gerne gesehen wäre. Also habe ich mich in meinem letzten Frei etwas intensiver mit diesem Gedanken auseinandergesetzt.
Zu meiner Überraschung bin ich auf DSO auf eine regelrechte Flut an Informationen und Bilderbögen aus dieser Zeit gestoßen. Über 300 Bilder mit detaillierten Informationen konnte ich innerhalb weniger Stunden zusammentragen. Die Fotografen waren Mitte der Siebziger offenbar in großer Zahl im Harz unterwegs. Das hing vermutlich damit zusammen, dass die Region zu dieser Zeit eine der letzten großen Bastionen der Dampflok war.
Ein Kursbuch von 1975 liegt ebenfalls bereits vor. Sogar zahlreiche Farbvideos aus dieser Zeit sind auf YouTube zu finden.
Mein Fazit: Die Quellenlage ist extrem gut und ein entsprechender Umbau wäre definitiv machbar. Auch betrieblich wäre diese Epoche sehr spannend. Genauere Informationen fehlen derzeit eigentlich nur noch zu Salzgitter-Voßpaß, Hildesheim Ost sowie den beiden Haltepunkten Schlewecke (Harz) und Nauen (Harz).
Anbei eine KI-erstellte Karte, wie das Ganze in der Theorie aussehen würde:

…und bevor jemand fragt: Die Nettetalbahn von Derneburg nach Seesen und die Verbindung Salzgitter Bad – Börßum würden natürlich in dieser Epoche Sinn ergeben. Aber so weit sind wir noch nicht.
Was ist denn damals dort überhaupt gefahren?
Prominent vertreten waren die BR 44 und die BR 50. Beide haben wir im TSC. Sind sie überall gefahren? Nein, keineswegs. In erster Linie waren sie im Güterverkehr auf der gesamten Karte anzutreffen – der übrigens wesentlich stärker ausgeprägt wäre als in der Neunziger-Ausgabe.
Darüber hinaus verkehrten Dampfloks vor einzelnen Zügen zwischen Bad Harzburg und Goslar, im Winter auf der Innerstetalbahn sowie vor einem Zugpaar pro Tag zwischen Braunschweig und Goslar. Zwischen Vienenburg und Bad Harzburg pendelte ein Schienenbus und zwischen Salzgitter-Bad und Salzgitter-Ringelheim gab es als absolute Besonderheit eine Köf mit Epoche-III-Personenwagen. Das sind nur einige Beispiele für die besonderen und teilweise kuriosen Fahrtmöglichkeiten dieser Zeit. Langsam wird klar, warum damals so viel fotografiert wurde.
Nun kommen wir zum großen Problem: dem Rollmaterial – wie immer.
BR 44 und BR 50 wären vorhanden, eine BR 94 beziehungsweise P 8 fehlt im TSC leider. Bei Wilbur Graphics gibt es eine BR 93, allerdings unterscheidet sie sich doch recht deutlich. Die BR 94 rangierte damals unter anderem in Goslar, Seesen und Oker – noch eine weitere Besonderheit dieser Epoche. Als Ersatz könnte eventuell die BR 86 herhalten, die zumindest in den Sechzigern im Harz anzutreffen war.
Bei Güter- und Personenwagen sieht es dank vR, Polygonzug und Konsorten dagegen sehr gut aus. Hier bleibt eigentlich kaum ein Wunsch offen. Ausgenommen vernünftige Kesselwagen der Siebziger Jahre.
Zwischen Hildesheim und Bad Harzburg kamen im Regelverkehr wechselweise BR 220 und BR 216 zum Einsatz. Eine V 200 von Kuju, inklusive PZB/Sifa von SeKu, wäre vorhanden. Eine BR 216 fehlt. Diese Baureihe war damals auf dem gesamten Streckennetz vertreten. Zu dieser Zeit gab es noch keine BR 218 im Harz, da diese nicht mit den alten Personenwagen beziehungsweise deren Heizsystem kompatibel war. Eine BR 216 wäre für eine glaubwürdige Umsetzung daher eigentlich Pflicht. Ohne sie würde das Ganze nur bedingt Sinn ergeben. Ich würde dazu noch einmal eine E-Mail an vR schreiben und nachfragen, wie dort die Chancen stehen.
Der Uerdinger Schienenbus wäre von RSSLO mit entsprechenden Repaints vorhanden, allerdings lässt die Qualität zu wünschen übrig.
Zu dieser Zeit gab es außerdem drei Fahrzeuge der Baureihe 627 im Harz. Diese wären sozusagen über das ÖBB-5047-Pack mit deutschem Repaint vorhanden. Eine BR 613 beziehungsweise ein VT 08 existiert als ältere Freeware von Beekay. Zumindest als KI-Verkehr ist das meiner Meinung nach ausreichend, zum Selberfahren eher nicht.
Zwei weitere große Lücken wären der bekannte 614/624 von Polygonzug sowie der ETA 515. Alle drei Baureihen waren auf unserem Streckennetz anzutreffen. Der ETA 515 war besonders prominent auf der Innerstetalbahn unterwegs. Leider hört man momentan auch nichts mehr von Jasper zu dem Fahrzeug.
So viel zum aktuellen Stand der Dinge.Technisch wäre eine Umsetzung also durchaus machbar. Die Baureihen 216, 614 und der ETA 515 müssten für den TSC allerdings noch erscheinen, sonst würde es auf der Karte ziemlich leer aussehen.Wie wäre eure Meinung zu einer solchen Version?
Gleich vorweg: Die moderne Version wäre damit natürlich gestorben. Zusätzlich würden nicht für jeden Bahnhof eigene Objekte entstehen – außer jemand Externes greift uns dabei unter die Arme. leider hat Seku uns bekanntgegeben, dass er warscheinlich keine weiteren Objekte für die nächste Phase bauen wird. Stephan wird einige wichtige Objekte (BW Goslar) bauen, aber die benötigte Masse schafft er neben Vollzeit Job und Familie nicht.
Ich persönlich würde die Siebziger Ausgabe gerne umsetzen. Nach einer Strecke aus dieser Epoche besteht schon seit Anbeginn des TSC Nachfrage.
PS: Die Neunziger-V2 schreitet natürlich weiter voran und nähert sich langsam der Zielgeraden. Da fehlt nicht mehr viel. 