vR Robot möchte aus Erfahrungen mitteilen:
Der erste und größte Fehler ist die Herangehensweise an solche Großprojekte. Womit man direkt bei der Anwort auf folgenden Zitate angelangt:
....wenn um generell dahier um Hilfe gebeten wird, kommt meist nix bei raus.....
...das die ersten mit "Experten mit Fehlermeldungen" daher kommen, wo man sich fragt, wieso gewisse Leute bei Entwicklungen und Test`s nie mit machen...
Unstrukturierte Projekte sind für Experten uninteressant. Es geht um Effizienz und Nutzen und natürlich Zeit und brauchbare Ergebnisse. Experten unter den Freeware Contenterstellern sind selten und meist verschlossen und arbeiten für sich allein. Alle anderen bauen einfach drauf los, mit dem Ziel Irgendwas auf die Beine zu stellen und zu verteilen, wie auch immer das Ergebnis aussehen mag. Das ist eine Tatsache und kann vor allem an vielen Freewarestrecken einwandfrei nachgewiesen werden. Überschätzung der eigenen Fähigkeiten ist hier an der Tagesordnung. Das ist aber nicht unbedingt das Problem.
Streckenbau ist kein Kinderspiel, und wenn doch dann ist es keine gute Arbeit. Streckenbau muss aber auch unterteilt werden in Bahntechnik und Gelände/Landschaft/Gebäude. Dazu gesellen sich noch die Activities die eine ganz andere Anforderung haben und sich wieder in Richtung Bahntechnik bewegen, aber auch Kreativelemente beinhalten.
Es gilt auch hier: zu viele Köche verderben den Brei. Aber, zu wenige auch. Wer meint einen Strecke komplett alleine bauen zu können und dabei bestmögliche Ergebnisse, abstrahiert aus den Möglichkeiten der Software die zu Grunde liegt, zu erreichen, der irrt gewaltig. An dieser (laut Topic) Strecke ist genau das einwandfrei zu erkennen.
Der Robot erlaubt sich keine Meinung darüber, er stellt aber Tatsachen fest. Der Ersteller der Strecke hat ohne Vorkenntnis einfach angefangen. Statt zuerst Erkenntnisse zu sammeln und diese später in einem Neubau zu vereinheitlichen, hat er Fehler verschleppt und diese final dargeboten. Vor allem im Gleisbau und in Signalisierung, den Grundbausteinen der Bahnsimulation. Das ist nicht weiter dramatisch, da der Ersteller ganz offensichtlich von Bahntechnik, Gleisbau und Signaltechnik nichts versteht. Dafür ist die Strecke landschaftlich gut ausgebaut denn darauf versteht er sich. Hier hat also der eine Koch zu wenig am Brei gerührt. Das Ergebnis ist somit, zumindest für Bahntechnik interessierte, unbefriedigend und aufgrund von Gegebenheiten des Grundprogramms auch endgültig und somit nicht interessant.
Der ideale Ablauf für den Streckenbau wäre folgender (grob skizziert):
- Auswahl der Strecke (final)
- Erkundung der Gegebenheiten (getrennt in Bahntechnik und den Rest ... muss nicht vor Ort sein)
- Machbarkeitsanalyse anhand der Möglichkeiten des Simulationsprogramms
- Machbarbeitsanalyse anhand der Fähigkeiten des/der (mutmaßlichen) Streckenbauer/s
- Zeitplan erstellen (grob abstecken nach Fähigkeitsanalyse geteilt in Gleisbau + Streckenbestückung + Aufgaben + Tets + 3 bis 6 Monate Puffer)
- Erstellung der Grundlagen im Simulator (Struktur, Streckendateien, Gelände, Decals, weitere Hilfsmittel)
- Gleisbau (1 Person mit fundierten Kenntnissen und Verständnis von Bahntechnik und der Simulationssoftware)
- Signalisierung (ebenfalls 1 Person mit fundierten Kenntnissen, idealerweise der Gleisbauer selbst)
- weitere Gleis bezogene Arbeiten wie PZB, Hektometertafeln, sonsticke gleisverbundene Streckenmöbel
- Testen der Gleisanlagen in allen möglich erdenklichen Situationen vom Gleisbauer und Signalisierer selbst
....während des Gleisbaus kann die Vorarbeit im Modellbau abgehalten werden (Modellbauer, nicht der Gleisbauer denn der hat den Kopf voll)
- nach Fertigstellung der Bahntechnik beginnt die Ausgestaltung mit Modellen und Landschaft
- nach Ausgestaltung prüft der Gleisbauer die Strecke auf enstandene Fehler an der Bahntechnik während der Ausgetaltung
- Szenarioerstellung samt Tests
... resultierend wird der Signalisierer noch mehrfach nachbessern oder korrigieren müssen
- Test durch externe Tester mit Sachverstand (keine Leute mit rosa Brillen welche nur testen weil sie die Strecke zuerst haben wollen)
- Nacharbeiten aller beteiligter Streckenbauer anhand Fehlermeldungen der Tester (sortiert und koordiniert)
- erneuter Test (while false)
- möglicherweise Release
Verteilter Bau während der Erstellung der Gleisanlagen ist rein
technisch gesehen machbar aber sollte bei TS2013 unbedingt vermieden
werden. Die Fehleranfälligkeit ist zu hoch und die Fehler können kaum
korrigiert werden und verbleiben zwangsweise im Endprodukt.
Fazit:
erst die Gleise bis zur letzen Schraube samt Signalen und anderen
gleisverbundenen und Ablauf steuernden Dingen erstellen, testen, testen
und wieder testen und erst danach die Ausgestaltung (Optik). Andere
Vorgehensweisen führen zum Fehlergebnis.
So wird man die meiste negative Kritik vermeiden. Fehler sind aber oft unvermeidbar. Die Frage ist letztendlich welche Fehler heutzutage noch tolleriert werden sollten. Dabei spielt es keine Rolle ob es sich bei der Strecke um Freeware oder Payware handelt. Bahnsimulation ist Anspruchsvoll und beherbergt tiefe Stolperfallen die sich oft in schlechter Kritik ausdrücken und den Streckebauer in Depression versetzen weil er sich Bienchen statt Schlägen erhofft hat. Ein Blick auf Freewarestrecken aus einer anderen Bahnsimulation zeigt auf wie es sein kann.
(Dieser Beitrag ist Meinungsfrei)