Autofahrer(innen), die von sich behaupten, etwas unsicherer zu sein, sind mir lieber, als Vollprofispfosten, die denken, dass sie fahren können wie kein Zweiter.
Selbstüberschätzung ist nämlich ein großes Problem im Straßenverkehr. Oftmals denken diese auch, die Straße würde ihnen gehören oder fühlen sich persönlich angegriffen, wenn man nicht so fährt, wie sie es gerne hätten, auch wenn man strikt nach den Regeln rücksichtsvoll fährt.
Wir reden jetzt nicht von der sprichwörtlichen "Oma Erna", die im 2. Gang mit 50 auf der Schnellstraße langtuckert und sich über die lauten Motorgeräusche beschwert oder sich über Motorruckeln beklagt, während sie im 5. Gang bei nur 300 U/min eine Dreivierteldrehung im Kleinstadt-Kreisverkehr macht (letzteres geschah bei der Oma einer meiner Verflossenen).
Überhaupt würde ich mir wünschen, dass man sich mehr darüber bewusst wird, was man als Autofahrer da eigentlich tut:
Man bedient mit Hebeln und Steuerrädern eine sich mit sehr hoher Geschwindigkeit fortbewegende Maschine von über 1 Tonne Gewicht. Die meisten vergessen das nämlich schnell, weil es was Alltägliches ist und sind dann höchst überrascht, wenn die böse gemeine Welt um sie herum ihnen plötzlich Äste, landwirtschaftlichen Dreck, nasses Laub, Wild, schlafende Verkehrteilnehmer oder gar Kinder in den Weg stellt.
Mit nassem Laub durfte ich auch mal eine tolle Erfahrung machen. Da war ich 18.
Ich hatte sehr viel Glück dabei. Meine Beifahrertüre samt Außenspiegel weniger.