Klar, das ist ja inzwischen hinlänglich bekannt.
Das Problem dabei ist halt nur, dass die Netzwerkpakete eines Internetangebots, dessen Betreiber nicht löhnen will oder kann, dann als zweit- oder gar drittklassige Pakete eingestuft werden, die dann irgendwann beim User ankommen oder auch nicht.
Und das ist ein Verstoß gegen die Netzneutralität, die besagt, dass jedes Paket, egal welchen Absenders und egal welchen Inhaltes und egal welcher Adressat gleichberechtigt zu jedem anderen Paket im Netz zu behandeln ist.
Vor allem auf welcher Basis will man denn drosseln?
Welches Protokoll soll dafür herangezogen werden?
Werden die Header mit eingerechnet, die nur zum Transport benötigt werden?
Und wenn ja, wie will man das Addieren/Subtrahieren? Soll da etwa in diese Pakete reingeguckt werden?
Was ist mit ICMP, wenn ich einen fernen Rechner anpinge? Wird dieses Ping-Paket dem Empfänger zugeordnet? Kann ich durch einen Dauerping bei einem Fremden eine Drosselung dort provozieren, wenn ich alle paar Sekunden 1,4 kB ungefragt hinschicke?
Oder was ist mit Spam-Emails mit dicken Anhängen?
Was ist mit der Werbung?
Wenn ich Gefahr liefe, gedrosselt zu werden, würde ich rigoros alles filtern, was ich nicht als Nutzdaten erachte. Dazu gehört auch und vor allem Werbung. Diese ist aber notwendig für viele Anbieter, um ihr Angebot finanzieren zu können. Wenn ich das aber abschalte, indem ich meinen Browser anweise, diese garnicht erst anzufordern, dann gucken die in die Röhre.
Diese Drossel-Maßnahmen sind perfekt dazu geeignet, das Internet, wie wir es kennen, in ein reines Konsum-Medium umzuwandeln, indem freie Inhalte wie z.B. das Blog von Lieschen Müller und die Bastelhomepage von Fritzchen Meier oder auch Foren wie dieses hier keinen Platz mehr haben.
Das Ziel ist es, die Leute dazu zu bringen, nur noch zu konsumieren. Und zwar ausschließlich von Seiten, die durch größere Konzerne angeboten werden. Freie Meinungen oder freie Diskussionen wird es dann nicht mehr geben.