Huch, ein Roman....
und 5 beiträge seither.... oh... ups, hihi
Egal
Kurzer Ausflug in die festplattentechnik.
Eine klassische Festplatte funktioniert ähnlich einem Plattenspieler.
Ein Medium dreht sich, ein Arm greift Daten ab.
Eine festplatte hat meist 3 oder auch 4 solcher Scheiben, die beidseitig beschrieben und gelesen werden können.
Die Arme greifen zwischen die Scheiben ähnlich einem kamm.
Diese sogenannten Schreib-/Leseköpfe können nicht nur tangential wie ein Tonarm bei einem Schallplattenspieler agieren, sondern auch Radial.
Die Daten sind auch nicht spiralförmig aufgebracht, sondern in Tortenstücke und Gleichzeitig in konzentrische Ringe unterteilt. Die so entstandenen Ringsegmente werden wiederrum in Blöcke unterteilt und dieser wiederrum in die sogenannten Cluster.
Jeder Cluster hat eine eindeutige Adresse, ein "Inhaltsverzeichnis" auf der Platte definiert ganz genau, welche Datei in welchen Clustern zu finden ist.
Ein Datei, die größer ist als die Clustergröße muss über mehrere Cluster verteilt werden.
Und genau HIER beginnen die Probleme bei herkömmlichen Festplatten
Eine Datei kann zwar in einem zusammenhängenden Stück an nebeneinanderliegenden Clustern abgelegt worden sein, so dass der Schreiblesekopf die Position nur 1x am Beginn anfahren muss und ab dann kontinuierlich die Datei in einem Rutsch einlesen und an den Festplattencontroller weitergeben kann.
Doch leider ist das eher selten der Fall. Das Betriebssystem weist den FestplattenController an, Daten zu speichern, und dieser entscheidet nahezu willkürlich, welche Cluster er nimmt. Er wird zwar bestrebt sein, die Datei in einem zusammenhängenden oder wenigstens nahe beisammenliegenden Bereich an Clustern zu speichern, doch über die Zeit, bedingt durch 1000e Löschvorgänge und Dateiänderungen unter Umständen allein an einem Tag, wird es früher oder später zu einer sogenannten Fragmentierung kommen.
Warum ist das schlecht?
Ganz einfach.
Der Schreiblesekopf benötigt eine gewisse Zeit, um die Position eines Clusters anzusteuern. Das ist die sogenannte Zugriffszeit. Hier ist sie normalerweise in Millisekunden (1 ms = 0,001s) angegeben.
Wenn der Schreiblesekopf nun eine Zugriffszeit von 4 ms hätte (was schon sehr schnell ist für eine HDD), und er muss eine Datei einlesen, die über 250 Cluster oder Clusterbereiche verteilt ist, so muss er seine Position also 250 mal ändern, was nach Adam Riese eine ganze Sekunde kostet allein für die Zugriffszeiten. Dazu kommen dann noch kleinere Latenzen für das Einlesen selbst (Stichwort Umdrehungsgeschwindigkeit).
Wie kann man Abhilfe schaffen und die Schreibleseköpfe entlasten?
Man kann eine Defragmentierung durchführen. Dabei werden Dateien wieder so abgelegt, dass sie vom SL-Kopf in einem Rutsch eingelesen werden können.
ABER:
So ein Defrag ist Stress für die Platte. Man sollte abwägen, ob es sinnvoll ist, eine Platte diesem Stress auszusetzen, nur damit sie (und man selbst) künftig weniger Stress hat.
Sinnvoll ist das Betriebssystem in Abständen von mehreren Monaten 1x. Öfter ist nach meiner Erfahrung Unsinn. Kann eventuell ganz drauf verzichtet werden.
Die Gamer-Platte: je nach Anforderung/Fragmentierungsgrad, aber bitte nicht übertreiben, sondern nur, wenn die Dateien reichlich zerstückelt sind, was das Game ausbremst.
Filme, Musik, Dokumente und Bilder sollte man nicht defragmentieren, weil es hierbei nicht auf Speed ankommt und die Platte nur unnötig stresst, wenn man sie der Qual (jaja) einer Defragmentierung aussetzt.
Es kann sein, dass eine Defragmentierung einer Partition, auf der Railworks abgelegt ist zu einem flüssigeren Spielablauf führt UND sogar die Platte weniger stresst. Die Nachladeruckler liegen vermutlich begründet in den Zugriffen auf die festplatte, weil die dateien stark fragmentiert sind, und der SL-Kopf diese mit vielen Positionsänderungen mühsam zusammensuchen muss.
Das ist wie das Aufräumen des kellers:
Man muss halt abwägen, ob es Sinn macht, den keller stundenlang aufzuräumen (=Stress), um sich künftigen Stress zu ersparen. Wenn man jedesmal 1 Std lang die eingemachten Kirschen, oder ein paar Nägel sucht, dann sollte man sich das "Defragmentieren" des kellers mal überlegen ![]()
Und natürlich auch das Aufräumen, wobei Müll auf festplatten eher weniger den betrieb stört. Er kann aber eine Defragmentierung verlängern und einer Platte mehr Stress machen. Also erst aufräumen und entschlacken, Papierkorb leeren, erst dann das Defrag machen, wenn wirklich nötig und sinnvoll.
Warum ist nun eine SSD besser?
Eine SSD funktioniert nicht wie ein Schallplattenspieler, sondern eher wie Arbeitsspeicher. Dieser behält aber nach Ausschalten des PCs die Daten. Zugriffszeiten gibt es fast keine, und wenn, dann sind sie gleich hoch, egal wo die Datei in den Speicherzellen abgelegt sit. Es ist auch unerheblich, ob die Speicherzellen benachbart sind, der Zeitraum des Einlesens (oder Schreibens) ist hiervon unberührt. Auch sind die Zugriffszeiten erheblich schneller, teils bis runter in den Nanosekundenbereich (1 ns = 0,000001s),
Aber es gibt Unterschiede bei SSDs.
Man sollte sich unbedingt intensiv über die verschiedenen SSDs informieren, weil es mehrere grundlegend verschiedene Techniken gibt, alle mit Vor- und Nachteilen.
Nicht blenden lassen von Werbeprospekten, sondern kritisch im Internet und bei vertrauenswürdigen* Experten informieren.
Der Stromverbaruch einer SSD:
Der Vorteil einer SSD liegt darin begründet, dass sie keine Mechanik hat, sondern dass alles rein elektronisch ähnlich wie beim RAM gehandhabt wird. Allein der Wegfall der mechanik drückt den Stromverbrauch auf (keine Ahnung, ich schieße mal aus der Hüfte) 1% dessen, was eine normale festplatte in Volllast braucht? (was sagt ihr Jungs?). Und auch kleiner als bei einer HDD, die sich gerade langweilt.
Und: SSDs sollten keinesfalls defragmentiert werden. Das ist unnötig, bringt also keine Vorteile und schadet nur ganz immens der Lebensdauer.
Kiter: Ich denke, du kannst da ohne probleme eine SSD einbauen. Leider schweigt sich dein Profil über dein netzteil aus. Aber der Verbrauch einer SSD ist relativ gering und viel kleiner als bei einer HDD.
* Das sind meist die, die einem nichts verkaufen wollen. Der Verkäufer im XY-Markt ist in der Regel ein armes Würstchen, der weiß, wie man einen PC einschaltet, aber ganz sicher kein Experte. Die arbeiten normalerweise woanders für mehr Geld.
Hoffe, konnte was Licht ins Dunkel bringen.
lg
Euer Erklärbär (*hi* Huhu Falcon
)