Faszinierend wie hier immer gleich alles hochkocht, das habe ich so in dem Unfang noch in keinem anderen SImulations-Forum mitbekommen.
Ja, nicht wahr?
Das Problem ist einfach, dass es mehrere Gruppen mit ihren ureigensten Ansprüchen gibt.
Typ A
Da gibt es die Gelegenheitsfahrer, die überhaupt keine Ahnung von Bahntechnik haben und gerade mal die roten von den grünen "Ampeln" unterscheiden können.
Für die ist das nur ein Spiel, bei dem sie abschalten wollen.
Typ B
Dann gibt es die "Blümchengucker" (nicht böse gemeint), die sich an authentischen Bahnhöfen und realistischer Vegetation neben dem Gleis erfreuen. Hier kann man punkten mit Kühen auf der Weide, mit rostigen Autos auf Schrottplätzen neben Industriegleisen und Unkraut zwischen den Gleisen, mit rostigen Stahlbrücken und schönen 3D-Gleisen.
Typ C
Das sind die "Durch-die-Gegend"-Flieger, die sich kaum im Führerstand aufhalten und sich an der tollen Landschaft (auch oder sogar vor allem!) fernab des Gleises erfreuen (wollen). Diese kann man glücklich machen, indem man auch 2 km entfernt vom Gleis den unverwechselbaren Charakter der Landschaft ausarbeitet, was Ortschaften und/oder Bauwerke betrifft, auch wenn diese aus dem Führerstand garnicht mehr wahrgenommen werden können.
Typ D
Das sind die Leute, die eine gewisse Technik-Affinität haben und lieber mit einer hochwertigeren Lok durch die Gegend fahren, die ein seichtes Anfahren simulieren, ohne dass einem normalerweise die Kupplungen hinten abreißen würden und sich freuen, wenn mal ganz unvermittelt ein Vr0/Hp0 "auftaucht", auf das sie reagieren müssen oder wenn sie einen Geschwindigkeitsprüfabschnitt sehen. Mit inbegriffen in ihre Forderungen an eine gute Strecke ist ein sauberer Gleisbau mit butterweichen Steigungsübergängen, einer vernünftigen(!) Überhöhung und möglichst authentischen Geschwindigkeiten, Weichenradien und Signalen. Man könnte sie als fremdgehende "Zusianer" bezeichnen. Signale müssen korrekt funktionieren, der Schilderwald muss stimmen, die Oberleitung muss möglichst filigran aussehen. Diese Leute pfeifen an einer Pfeiftafel, rangieren mit max. 25 km/h und niemals über ein Ra10 hinaus. Ra12 sind natürlich Pflicht. Selbstredend!
Typ E
Und dann gibt es Typ E, zu denen ich mich auch mit am ehesten zähle, die sowohl einen Typ B innehaben, sich also für eine tolle Szenerie in Gleisnähe begeistern können, als auch gleichzeitig zu Typ D gehören. Und die können sich für eine Strecke mit ruppigen Steigungsübergängen oder sonstwie schlampig gebauter Gleisanlage mit unvollständiger Signalisierung überhaupt nicht begeistern, egal wie toll alles drumherum aussieht.
Es mag sicher noch Typ F, G und X geben, aber die habe ich jetzt hier nicht aufgelistet.
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Diese Strecke hier bedient eigentlich nur "Typ A", weswegen ein "Typ A"-Charakter wenig bis kein Verständnis aufbringen kann für all die anderen "Typ B"- bis "Typ X"-Leute.
Das darf man keinem verübeln, aber gerade diese Strecke zeigt deutlich auf, wie verschieden wir alle sind.
Diese Strecke polarisiert also in mehrere extreme Lager.
Iss halt so...
Ich würde diese Strecke nicht geschenkt haben wollen und würde den Erbauer, wenn sie Freeware wäre und ich sie installiert hätte, dem Erbauer zunächst für seine Arbeit danken, aber dann im Anschluss Tipps geben wollen, wie man es besser machen kann.
Ich würde ihm vorschlagen, sich nicht so zu übernehmen. Besser eine kurze Strecke, dafür aber vernünftig, statt ein derart umfangreiches "Monstrum", das in keiner einzigen Disziplin ein Mindestmaß an Qualität vorzuweisen hat. Weder im Gleisbau, noch in der Signalisierung, noch bei der Bahntechnik und auch nicht bei der Szenerie, weder in Güte noch Quantität.
Und dann würde ich die Strecke wieder löschen, was man aber MIR nicht verübeln darf, denn ich bin halt ein "Typ E"-Spieler.
Iss halt so *achselzuck*