Liebes Professorchen,
gegen einen Gedanken konnte ich mich beim Lesen deiner Zeilen nicht wehren: "Mit einem ausgeprägten Feindbild bekommt der Tag Struktur" 
Den Aufwand, der hinter einer Software steckt, überblicken zu können - das kann man vielleicht nicht von jedem erwarten, daher ein paar Worte dazu:
Das Addon "Legenden zwischen Spree und Oder" erschien etwa anderthalb Jahre nach dem MSTS selbst, demnach hätte BeeKay für seine acht Loks in diesem Addon maximal je etwas mehr als zwei Monate Zeit gehabt. In dieser Zeit wird Bernd seine Railworks-E94 nicht ansatzweise ausmodelliert haben. Und dann steht noch kein animierter 3d-Führerstand, geschweige denn die Soundkulisse (ist heute auch um Längen komplexer) oder die Skriptprogrammierung (spezifisch eingebundene Zugsicherungssysteme oder Fahrzeugsteuerungen gab es beim MSTS gar nicht). Insofern muss man einfach vorsichtig sein, wenn man hier zehn Jahre Softwareentwicklung außer Acht lässt und Vergleiche anstellt. Der Vergleich mit dem MSTS-Addon hinkt insofern gewaltig.
Im Übrigen gibt es sowohl von vR-Produkten Repaints (Link) als auch welche, die auf TTBs aufsetzen (Link). Scheint also doch was zu gehen, wenn man einfach mal auf die Autoren zugeht.
Was deine Worte zu Filesharing angeht, da kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Auch dieses Thema muss man differenziert betrachten. Viele tun es ganz einfach, weil es geht und billiger ist, als zu kaufen. Da gibt es Zahlen, die das belegen. Schärfere Verfolgung von Schwarzkopien (Bsp. Schweden 2009) oder schlicht besser funktionierende DRM-Systeme würden einen guten Teil der Nutzer dazu bewegen, zu kaufen, statt preiswertere Schwarzkopien zu laden. Ohne dass sich an Distributionssystem oder dem Urheberrecht etwas ändert. Also doch nix mit Kritik am System?! Kann man so auch nicht sagen.
Unbestritten gibt es nämlich auch Downloader, deren Verhalten (ebenso belegbar) auf Probleme des Systems zurückzuführen sind. Fehlende Demoversionen und unmöglicher Gebrauchtverkauf bzw. andere Einschränkungen durch DRMS der Spiele sind zwei prominente Gründe. So tauchen teils sogar spätere Käufer in der Kopierstatistik auf. Das macht das Schwarzkopieren nicht erlaubter, sollte aber durchaus bei den Distributoren & Co Alarmglocken klingeln lassen und zum Handeln auffordern.
Aber zurück zur Kritik: Mir wurde erzählt, man hätte früher seinen Unmut über bestimmte Produkte mit einem bewussten Nichtkauf ausgedrückt, dem klassischen Boykott. Wird sowas kollektiv betrieben, sitzt es auch beim Anbieter. Scheint heute aber nicht mehr im Trend zu sein: Die Zahlen legen nahe, dass sich eine Gamer-Mentalität breit gemacht hat, bei der man im Prinzip viele/alle Spiele besitzen will, die einen interessieren. Relativ unabhängig davon, ob man sie bezahlen kann, oder will, oder Kritik am Hersteller/dem Urheberrecht/dem DRM-System/... üben will. Im letzteren Fall erscheint es mir jedenfalls äußerst unklug, seine Kritik am System mit eigenen Vergehen zu untermauern, wenn man ernstgenommen werden will... Boykott und "Hacktivismus" setzen doch ganz unterschiedliche Zeichen.
Und die Moral von der Geschicht'? Nur schwarz und weiß - mehr gibt es nicht? Mitnichten!
In diesem Sinne viele Grüße,
Benjamin
Vielleicht erbarmt sich ja ein Moderator und verlagert die Offtopic-Beitrage in einen anderen Forenbereich.