Berechnung der Radien bei Innenbogen- und Außenbogenweichen
zuerst einige wichtige Begrifflichkeiten zum Verständnis:
- das Stammgleis (StG) ist immer das Gleis mit dem gleich bleibenden Radius
- das Zweiggleis (ZwG) ist immer das Gleis mit dem vom Stammgleis abweichenden Radius
- Innenbogenweichen liegen vor, wenn der Radius des ZwG kleiner ist als der Radius vom StG
- Außenbogenweichen liegen vor, wenn der Radius des ZwG größer oder entgegengesetzt ist als der Radius vom StG
Auf dieser Seite kann man einige Beispiele für die Weichen finden und die Grafiken unterstützen das Verständnis zum grundsätzlichen Aufbau.
Um nun die Berechnung der Weichenradien verständlich zu machen erläutere ich das ganze an einem Zahlenbeispiel. Folgende Werte sind gegeben:
- Radius StG = 2000m
- Radius Bezugsweiche = 1200m , entspricht dem Radius einer Einfachen Weiche für die Geschwindigkeit im Zweiggleis von 100 km/h
- Die Krümmung (eine für die Berechnung sehr wichtige Größe) wird als 1/Radius definiert
Ich möchte aber nicht nur in Zahlen reden, deshalb das ganze nochmal in Worten: Wir möchten also in einem Bogen mit dem Radius von 2000m eine Außenbogenweiche bzw. eine Innenbogenweiche einbauen, die im abzweigenden Ast (ZwG) mit 100 km/h befahren werden darf, während auf dem StG deutlich höher gefahren werden darf.
Allerdings kann man jetzt nicht den Radius Stg mit dem Radius der Bezugsweiche einfach verwursten... Sondern es geht nur über die Krümmung! Für eine Innenbogenweiche muss die Krümmung des Zweiggleises auf die Krümmung des Stammgleises aufsummiert werden. Also 1/2000 + 1/1200 = 1/750 und die 750m im Nenner sind dann der Radius im Innenbogen. Für eine Außenbogenweiche wird die Krümmung des Zweiggleises von der Krümmung des Stammgleises abgezogen. Also 1/2000 - 1/1200 = 1/3000 und damit beträgt der Radius im Außenbogen 3000m.