Man sollte sich dann aber auch nicht darüber aufregen, dass man in einer BR103 Expert-Line angeblich an der Scheibe klebt. Die Lok hat 7 Kamerapositionen welche mit Bedacht gewählt wurden. Standard ist eine 100% FOV Einstellung was bei den meisten also 65° bedeutet und bei Norbert Koch halt dann 80°. Wenn das dann auch noch falsch ist ja dann halt Pech gehabt. Diese unmöglich verzerrten Bilder von z.B. Trainworks sind unnatürlich (das vom 420er wo man denken könnte der Tisch wäre 3m tief, was er definitiv nicht ist). Die Kameras lassen sich auch bewegen wenn man zur Seite oder nach unten sehen möchte, das nur so am Rande erwähnt. Kein Tf hat den ganzen Tisch im Auge auf einer echten Lok.
Und es macht sehrwohl einen Unterschied ob ein Signal, wenn es physikalisch in 100m Entfernung steht, auch in 100m Entfernung wahrgenommen wird. Das wird es faktisch nur bei FOV 45. Bei FOV 80, was einer extremen Bildwinkelerweiterung (wie bei einem Ultraweitwinkel-Objektiv) entspricht, ist selbes Signal gefühlt in 300m Entfernung zu erkennen. Es bewegt sich unproportional schneller auf den Spieler zu wenn er näher herankommt. Da die Geschwindigkeit die man gerade fährt aber nicht ebenfalls unproportional verändert wird, hat man hier einen Fehleindruck. Mit FOV 45 kann man Signale erkennen die noch gute 400m wegstehen und schon mal anbremsen. Bei FOV 80 sieht man so ein Signal gar nicht in der Entfernung. Kann man ausprobieren in der 103. Einfach von der Standardkamera mit Pfeil-Rechts 3 mal durchschalten und zurück. Das sind einfach nur verschiedene FOVs mit minimaler Positionsanpassung der Kamera im Cab (damit der Fensterausschnitt etwa gleich bleibt -- DollyZoomEffekt würde man das beim Film nennen).
EDIT: wer das mal in real ausprobieren will und eventuell Spiegelreflexausrüstung besitzt kann dies für diesen fall mit einem 24-70mm Objektiv am FF ganz gut nachvollziehen. Kamera ans Auge und dann mal versuchen mit 24mm (was FOV 79° entspricht) durch die wohlbekannte Wohnumgebung zu laufen. Dann das ganze nochmal mit 50mm was FOV 45° Bildwinkel entspricht. Ist gleich viel einfacher weil viel natürlicher. Natürlich am Kleinbildsensor. Bei DX/DC Formaten mit dem Cropfactor multiplizieren. Der Bildwinkel ist dann genauso, nur bei anderen mm Einstellungen am Objektiv.
EDIT2: fairer Weise muss man noch erwähnen, dass der Eindruck des FOV abhängig ist von der Bildschirmgröße, dem Seitenverhältnis und dem Betrachtungsabstand. Ein 90° FOV auf einem 16:9 Screen entspricht in etwa einem 75° FOV auf einem 4:3 bei selbem Abstand von knapp einem Meter. Eventuell kommt daher auch der extreme Wert bei Norbert, denn er benutzt einen 4:3 Monitor. Bei einem 42" 16:9 in 1m Abstand (so wie hier der Fall), ist so eine Einstellung aber dann als säße man in einer Kugel. Leider passt der TS seine FOV Einstellungen nicht an die eingestellten Auflösungen an. Da 16:9 Monitore aber nun seit Jahren bei normalen Usern zum Einsatz kommen, kann man sich bei der Beurteilung auf diese stützen. Alles bis 60° ist dabei noch als ok anzusehen. Darüber wirds unnatürlich. Bei 4:3 sind das dann eben 90°. Auf der Grundlange ist ein Vergleich anhand gemachter Screenshots also unsinnig. Wenn Norbert also sagt man kläbe an der Scheibe, dann ist das genauso eine unnütze Information wie wenn ich sage man sitzt in einer Kugel. Es ist Kontext abhängig, leider. Deswegen sind CabCamera und FOV Anpassungen als Mod auch unbruachbar, weil sie bei jedem andere Auswirkungen haben. Man bräuchte einen Umrechner der die 45-60° des Menschlichen Auges in die Zahlen umrechnet die man bei sich benötigt und am besten gleich noch die Werte in die Datei schreibt (wobei man hier erst mal wirklich rausfinden muss ob die 45° da drin auch wirklich 45° sind .. bzw auf welcher Berechnungsgrundlage diese beruhen <- Resolution, Screensize and Ratio und Distance). Man lernt nie aus...