Umweltschutz und nachhaltige oder gar langlebige Güter sind bloß hinderlich und stören den Ertrag und behindern den wirtschaftlichen Aufschwung.
Außerdem kostet das Arbeitsplätze. Was interessieren uns nachfolgende Generationen? Hauptsache ich muss nicht so viel bezahlen. Kinderarbeit? Mir doch egal. Giftige Materialien in meinen Produkten? Will ich nicht wissen. Antibiotika durch Massentierhaltung im Grundwasser? Egal, ich will mein billiges Schnitzel jetzt.
Soja und Palmöl zerstört den Regenwald? Egal, als vegetarierer/veganer bin ich trotzdem was besseres.
Ein gutes Beispiel hierfür ist Atomkraft. Wir haben immer noch überhaupt keine Ahnung, was wir mit dem hochgiftigen Zeug machen sollen, das teils mehrere 1000 Jahre vor sich hinstrahlt und nach Erreichen der Halbwertszeit immer noch halb so giftig ist. Würde man hier ernsthafte Konzepte verfolgen, die über das Verbuddeln in unsicheren, weil undichten und geologisch instabilen Bergwerken hinausgehen, würde man schnell feststellen, dass Kernspaltung überhaupt nicht billig ist, von den Risiken mal abgesehen. Das ist nur deshalb so billig, weil die Kosten und die Schäden auf die Allgemeinheit abgewälzt werden, während die Gewinne privatisiert sind.
Oder Mikroplastik... Hauptsache ich habe meine mollig warme Fleece-Jacke. Ist mir doch egal, ob hierdurch bei jedem Waschgang mehrere 1000 Kunststofffasern ins Abwasser gelangen, die die Kläranlage aber nicht ausfiltern kann und die somit irgendwann ins Meer gelangen.
Kaffeekapseln aus Aluminium? Mir doch egal, wenn jährlich mehrere 1000 Tonnen Aluminium allein in Deutschland dafür benötigt werden, das riesige und vergiftete Krater in die Erdkruste reißt und anschließend als Abfall ensteht,... ich will es bequem! Hauptsache nicht vor meiner Haustür.
Filtertüten oder Espressokaffee in Pulverform sind ja sowas von altmodisch! Man muss mit der Zeit gehen!
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Bis vor ca. 15 Jahren hatte ich einen alten Mercedes, nachgerüstet mit 3-Wege-Kat. Der war damals schon ~20 Jahre alt (W123, 230er Coupé). Der brauchte etwa 10 Liter auf 100 km im Schnitt (jedenfalls sagte mir das meine Excel-Tabelle, die ich viele Jahre lang pflegte). In der Stadt im Winter genehmigte er sich gerne "einen Doppelten", auf der Landstraße und Autobahn machte er aber vieles wieder wett. Von vielen Leuten wurde der Wagen als Spritschleuder geächtet. Auf mein Argument, dass für dieses Auto 20 Jahre lang kein anderes Auto hergestellt werden musste, was sehr viel Energie und Ressourcen einsparte, hatte man kein Gegenargument mehr.
Solange Menschen für Geld etwas tun (müssen), was sie normalerweise niemals tun würden, sehe ich schwarz. Solange hat die Umwelt das Nachsehen, weil es billiger ist, sie zu zerstören und auszubeuten, als sie zu schützen. Und wenn wir es hier bei uns verbieten, dann gehen wir halt nach Bangla Desh oder China, produzieren dort. Und unseren ausrangierten Elektromüll liefern wir nach Agbogbloshie, da können die dortigen Einwohner noch etwas von unserem Wohlstand abhaben!
Wer teilweise Ironie findet, hat mich durchschaut.