Nicht nur Selbstständigkeit auch die Fähigkeit zu grundlegendes logisches Denken verkümmert.
Wenn ich mir z.b. meine Berufsbranche (Chemie) ansehe wundert mich dass nicht. Noch vor wenigen Jahren, hat im Grunde jeder noch die Analysen quasi eigenständig (und nach Vorgabe) durchgeführt. Bei Analysengeräten stellte man eigenständig seine Methodenparameter ein, gabs Probleme hat man selbst nach der Ursache geforscht, Fehler behoben, Parameter korrigiert und fertig. Heute? Max 1-2 Personen dürfen dies noch machen (SystemAdministrator), der Rest lädt stupide die Methode, startet die Analyse, und druckt am Ende die Auswertung aus. Gibts Geräteprobleme => Admin soll sich drum kümmern. Probleme mit Methodenparametern? => muss Admin machen. Vieles kriegt der Normaluser nicht mal mehr gezeigt, weil er es eben nicht mehr darf. Und alles nur weil irgend welche Theoretiker irgendeiner Behörde meinen (könnten) es könnt ja sonst wer was an seiner Analyse manipulieren oder auch versehentlich falsch einstellen. Nicht dass es vorher auch schon Audit Trails gab, wo jeder Schritt dokumentiert wurde.
Und bei Prüfvorschriften: stupide durchführen wie es drin steht, bloss was z.T. für ein Bullshit drinsteht, was angeblich auch valide sein soll, interessiert komischerweise niemand. Ergebnis innerhalb Spezifikation? Wird schon passen. Heisst aber noch lang nicht dass es richtig ist. Eigenes Denken, hinterfragen und Verbesserungen anbringen? - letztendlich nicht erwünscht.
Manchmal Frage ich mich wozu es noch Berufsausbildung gibt, mann könnt inzwischen jeden Depp von der Strasse holen und sagen: hier dein 'Kochbuch". Du mischen a+b, stellen da rein, du hier drücken, dann da und dann warten und ausdrucken.
Im Grunde läuft es also darauf hinaus: etwas fertig vorgesetzt bekommen, dies so anwenden und das Ergebnis aktzeptieren. Möglicherweise gibts das auch in anderen Berufen. Und Evntl wirken sich mit der Zeit solche Dinge auch ins Privatleben der Menschen aus?