Zitat von fan
Durch die bösen Privaten ist ein Wettbewerb entstanden, der zwar die Preise der Fahrkarten nicht senkt, sondern den Schienenkilometer, um dann das „gesparte“ Geld, in neue Verbindungen zu stecken.
Dies ist korrekt, da die Privaten EVU’ s in einem bzw. in mehreren Verkehrsverbünden verkehren. Nur weil es sich um ein privates Bahnen handelt heißt es nicht, dass der Fahrpreis dadurch senkt werden, dies ist Irrtum im Denken vieler Fahrgäste.
Welches Bundesland gibt den mehr Geld aus als nötig. Ich glaube auch, dass sich Bundesländer die Verkehrsunternehmen, die sich an einer Ausschreibung beteiligen vorher genau ansehen um dann die Ausschreibungsunterlagen an die Eisenbahnunternehmen weiterzugeben. Soweit ich es hier in Berlin mitbekommen habe - wird in Berlin eine Vorauswahl getroffen, dass heißt - jedes Verkehrsunternehmen in Europa kann seine Bewerbung einreichen. Der Verkehrsausschuss vom Berliner Senat prüft dann welche Verkehrsunternehmen diese Ansprüche erfüllen können. Nach Vorprüfung, erhalten dann die übrig gebliebenen EVU‘ s die vollständige Ausschreibung und können sich dann mit ihrer Kalkulation abschließend bewerben.
Aufgrund von massiven leeren Kassen in fast allen Bundesländern, entscheidet man sich zum Schluss immer für das günstigste Angebot. Gut, auch wenn die Landeskasse voll wäre, fällt das Los auf das günstigste Angebot.
Personal: Vielleicht haben sich die kleinen EVU’ s mit ihren Personalen während der Bewerbung verkalkuliert. Es ist schwer Personal auf Lager zu halten – wegen den Personalkosten, das betrifft nicht nur die DB, sondern auch die anderen EVU‘ s. Und weitere Lokführer auszubilden kostet Zeit und zusätzliches Geld, die das Verkehrsunternehmen eigentlich nicht hat, wenn man den Betrieb in einer gewissen Zeit aufnehmen soll bzw. muss.
Die Augsburger Allgemeine bringt es mit ihrer Überschrift genau auf den Punkt, der Stellenmarkt von qualifizierten Fachkräften ist leer. Es gibt nur noch wenig ausgebildete Lokführer, die keinen Job haben. Die S-Bahn Berlin sucht ebenfalls Lokführer, hier ist man sogar noch einen Schritt weitergegangen und hat sich an Arbeitsagenturen in Berlin gewandt um Quereinsteigern die Möglichkeit zugeben sich als Lokführer ausbilden zulassen.
Der nächste Gesichtspunkt: Die Schuld, dass der Fahrplan bei den meisten EVU‘ s nicht eingehalten werden kann, liegt in den meistens Fällen in der teilweisen schlechten Infrastruktur (Wartung der Gleis- und Weichenanlagen sowie Signale), die von der DB Netz AG instandgehalten wird. Auch hier liegt es an dem fehlenden Personal und an der Abgabe an Drittfirmen – weil es muss alles so billig wie möglich gehalten werden und gute Qualität soll es sein.
Da ich in einem großen Verkehrsunternehmen in Berlin arbeite und die Ausschreibungen über die Vergabe von Teilnetzen mitbekomme konnte ich hier auch ein bisschen mehr zum Thema ausholen.
Und wenn man noch bedenkt, dass in den einzelnen Regionen z. Bsp. Berlin und Brandenburg, dass Netz in den nächsten Jahren immer mehr ausgebaut werden soll bzw. wird, weil an den Randgebieten von Berlin immer mehr Wohngebiete entstehen, weil die Mieten in den Großstädte einfach zu teuer geworden sind. Das ist ein ewiger Kreislauf mit Streckenerweiterungen, mehr bestellte Zugfahrten von den einzelnen Bundesländern dadurch werden mehr Züge und Personal benötigt.
Wie soll man, dass alles bewältigen?
Gruß
Bahnfreak