@FraPre, auch ich war genau 18
Der 9.11.89 ist schnell erzählt, Radio, Radio und nochmal Radio (ich war da tief im Westen in Trier),ab so 17:50 (ich weiß nicht aus welchem Winkel meines Hirns ich genau diese Uhrzeit nehme) gings dann Schlag auf Schlag, es war einfach ein unfassbarer Tag .... politische Ansichten hin oder her, wer einmal vor dieser verdammten Mauer gestanden war konnte nicht so einfach fassen dass die auf einmal weg war...
Heute mit fast 50 gefragt ... joh das sind diese Stunden an die man sich immer erinnern wird und ich habe nicht gerade wenig erlebt in den 50 Lenzen ;-))
Kurz und gut, ohne auszuschweifen (auch mir ging die Turbowiedervereinigung zu einseitig über die Bühne, auch wenn sie alternativlos und richtig war, ein dickes Lob für die Bürgerbewegung), es ging natürlich ab Februar 90 rüber und das ausführlichst mit Bahn und Rad, ich denke so 50% des Streckennetztes habe ich bereist damals (natürlich ohne Kamera, man trägt die Eindrücke aber tief in sich drin).
"Wir" ich sag das jetzt mal so waren durchaus begeistert von dieser Eisenbahn drüben, die kompromisslos die Nummer 1 im Transportgeschäft war, auch wenn staatsverordnet.
Meine ersten beiden Reisen führten mich mit Sonderzügen nach Weimar (von Trier aus), ich brauche nicht zu erwähnen dass das als halbwegs gebildetem Menschen eine große Sache war, auch wenn ja Reisen durchaus möglich waren als Wessi, die ganze Stimmung war einfach unfassbar toll, ich weiß nicht wo ich heute mit dem dicksten Reisebudget auf der Kugel hinfahren würde und das auch nur annähern so intensiv wäre...
So genug ... Eisenbahn ... mit einem Wort, sprachlos, im Zug alle Leute irgendwie gut drauf, und zwar bereits vom äußersten Westen bis an die Grenze jede große Station irgendwie im Aufruhr, es wuselte, ich hab die Eisenbahn auch selber niemals zu vor und niemals später wieder in so einer positiven Geschäftigkeit erlebt (und die Bahn wurde wahrlich so oft für Kriegszwecke missbraucht), überall waren die Bahnsteige voll, jede Menge Sonderzüge und zusätzliches Wagenmaterial waren unterwegs, mal ein Riesenkompliment an alle Eisenbahner hüben wie drüben die gewaltiges geleistet haben, die ersten Monate nach der Wende waren atemberaubend, unvergesslich!
Als kleine Reminiszenz ein paar screens gleich hier Meine Teststrecken und Diorama Basteleien aus dem TS (denn da sind wir ja) aus Gerstungen, dass zur DDR Zeit in eine wichtige und stark befestigte GÜST umgewandelt wurde. Hochbetrieb herrschte auf dem langen Transitmittelbahnsteig und den Gütergleisen und die eingleisige Umgehungsstrecke über Förtha unter Umgehung der verschlungenen Werratalgrenze und Hauptbahn, verlangte den Maschinen auf der 20 Promill-Rampe wirklich alles ab.
Ja unterm Stirch, schade dass es bis jetzt so wenig Interesse an der Umsetzung von Strecken um/kurz vor der Wendezeit im TS gibt. Aber wir Älteren sollten das Andenken waren, die Eisenbahn damals war mir um vieles näher als heute.