Die meisten Strecken wurden noch von Länderbahnen gebaut. Da lohnt es sich durchaus, zurückzublicken. Dann galt früher für Nebenbahnen 60 km/h, teilweise sogar nur 50 km/h oder gar 40 km/h. Bei Hauptstrecken gab es bei mehreren Länderbahnen, so in Preußen bei der KPEV lange 110 km/h bei Hauptstrecken. Entsprechend sind diese Geschwindigkeiten dann in Mittelgebirgen, weil es die Entwurfsgeschwindigkeit war, auch heute noch vorhanden. Man findet deshalb auch die ungeraden Geschwindigkeiten bei diversen Bahnstrecken. Ich habe beispielsweise bei den Oberpfalz-Strecken über längere Abschnitt lediglich 110 km/h - es war einmal die Entwurfsgeschwindigkeit. Erst mit dem Einsatz der Pendolino wurde das zum Teil angehoben.
Bei den von den Hauptgleisen erreichbaren Nebengleisen gilt in der Regel 40 km/h, aber schon die DRG (Reichsbahn) war in den 30er Jahren angefangen, auf den Hauptstrecken die Radien der Einfahrten in Kreuzungsgleise von 190 m (40 km/h) auf 300 m oder sogar 500 m anzuheben. So konnten Güterzüge fast mit der damals gültigen Höchstgeschwindigkeit von 65 km/h in Kreuzungsgleise einfahren. Zwischen Osnabrück und Bremen war das zum Beispiel so. So wurde die Streckenkapazität auf 270 Züge angehoben. Buchfahrpläne weisen auf diese unterschiedlichen Geschwindigkeiten hin, dort gibt es einen Wert oft für A oder E angegeben, wo dann 50 oder 60 szeht, also Ausfahrgeschwindigkeit z. B. A 50 für 50 km/h.
Viele Grüße
Bernd