Man muss definitiv nicht jedes einzelne Haus nachbauen.
Zum einen gibt es die ganz individuellen, prägenden Bauten - hier eine Fabrik, dort ein Wohnhaus, ein Wirtshaus, eine Kirche oder etwas ähnlich repräsenatives. Die sollten schon gebaut werden.
Dann gibt es die regionaltypischen Gebäude - Wohngebäude, landwirtschaftliche Gebäude und Gewerbebetriebe. Meist sind das ältere Häuser, die bis zum Ersten Weltkrieg entstanden sind. Die machen ebenfals sehr viel vom Wiedererkennungswert einer Strecke aus und zeigen ganz klar, in welcher Gegend man sich befindet. Aber es reicht, wenn man eine Reihe unterschiedlicher Typen zur Verfügung hat, idealerweise in einigen Farb- und Formvarianten.
Neuere Gebäude (also alles, was seit den 1920er Jahren bis heute gebaut wurde) unterscheiden sich eher geringfügig. Auch da gibt es natürlich regionale Unterschiede, aber das fällt nicht so auf. Es genügt also ein gewisser Fundus aus Ein- und Mehrfamilienhäusern, die sich wiederum über die Dekaden des 20. Jahrhunderts ziemlich gut unterscheiden lassen. Ein individueller Nachbau irgendwelcher Siedlungshäuschen am Streckenrand ist sicher vertane Zeit.
Dazu kommt noch, dass die Bahnstrecken zu ihrer Bauzeit häufig am Rand oder außerhalb bestehender Ortschaften lagen. Ausnahmen: z.B. in engeren Flusstälern oder generell dort, wo die Topographie es erforderte. Erst später sind die Siedlungen näher an die Strecken gerückt. Man wird dort also häufig Siedlungsstrukturen vorfinden, die erst im 20. Jahrhundert entstanden sind, und kann daher gut auf Typenbauten zurückgreifen.