Man kann doch den Einsatz alter Fahrzeuge heute nicht mit dem damals vergleichen. Man rede mal mit den älteren Mitarbeitern, die sagen einem gerne, was ihnen mehr Spaß am Beruf gemacht hat. Der KiN zB ist fast nichts mehr wert und es ist gewollt, dass er keine Tätigkeiten im Bahnbetrieb mehr durchführen darf geschweigedenn gelernt bekommt.
Warum fährt das alte Material irgendwann schlechter? Weil es einfach vernachlässigt wird und zwar mit Absicht, denn das Geld dafür ist einfach nicht da. Ebenso kein Geld für ausreichende Anzahl an Fahrzeugen und Mitarbeitern. Die ganzen Sparmaßnahmen bekommt das Personal zu spüren und darf es am Ende ausbaden. An allen Ecken wird nur noch gespart und dann darf sich eine 143 zB natürlich mehr Fehler erlauben als ein moderner ET. Dazu kommen die ganzen Pseudostörungen der Technik, die man dann auch nicht reparieren kann - damals bei den Loks konnte man noch viel selbst reparieren ohne dass ein Laptop angeschlossen werden muss. Und wenn es dann trotzdem nicht ging, war Ersatz an Wagen und Loks da.
Ich bin dafür zu jung, um das beurteilen zu können, aber es wäre interessant, ob die Eisenbahn damals nicht auch bei den Fahrgästen "angesehener" war. Zumindest waren damals Fahrgäste noch in der Lage, Türen zu öffnen, bei denen man mehr machen musste als darauf zu warten, dass der Knopf grün leuchtet - damit sind ja einige Leute selbst schon überfordert. Es gab auch keine hochmodernen Anzeigen auf Bahnsteigen, außen am Zug und schon gleich gar nicht auf Monitoren im Zug - und trotzdem lief der Betrieb. Man kann glaube ich wirklich sagen: Es gibt einen Unterschied zwischen Eisenbahnromantik auf der einen und dem Nutzen als öffentliches Verkehrsmittel auf der anderen Seite. Oder für mich als Arbeitsmittel. Angenehmer zu fahren sind natürlich die modernen Sachen - mehr Spaß aber macht die alte Eisenbahn.