Immer auf den Anderen zeigen und sagen: "Der muß aber zuerst" führt nicht weiter.
Simulatorhersteller und AddOn-Createure leben in einer Symbiose. Wenn beide sich richtig verhalten, geht es beiden besser.
Wenn ein Simulatorhersteller auch AddOns produziert, ist das zunächst mal nicht schlecht, auch wenn AddOn-Hersteller dies als lästige Konkurrenz empfinden sollten ("Die sollen lieber am Simulator arbeiten und sich da raushalten..."). Insbesondere wenn dies im Gegensatz zu anderen Simulatoren (z.B. Zusi, TrainZ) das Geschäftsmodell von Railsimulator.com ist: Ein günstiges Basisprogramm und das Geschäft mit AddOns machen. Wenn diese AddOns dann auch noch auf einer auf den Massenmarkt ausgerichteten Plattform wie Steam angeboten werden - umso besser. Der Kunde des Basisprogramms sieht: Oh, da gibt es ja noch mehr und fängt an zu kaufen. Irgendwann findet er dann auch den Weg zu anderen, nicht auf Steam vertretenen AddOn-Herstellern, vielleicht sogar zu den deutschen. Insofern kann ich die AddOn-Hersteller nur teilweise verstehen, warum sie diese Plattform nicht mit ein, zwei AddOns für die Werbung von Kunden nutzen, ganz besonders auch von internationalen Kunden. Es ist dann ihr (Marketing-)Geschick und -Aufgabe, diese Kunden für die nächsten Käufe auf ihre eigenen Verkaufskanäle zu lenken.
Zu Deinem Mitleid mit den "armen, kleinen" AddOn-Herstellern: Wenn ich in diesem Markt tätig sein möchte, muß ich mich an die dort geltenden Regeln halten. Idealtypisch werden diese Regeln vom Markt, also den Kunden, vorgegeben. Wenn die Kunden sagen: "Ohne Tropfen auf der Scheibe kaufe ich das AddOn nicht", dann müssen eben die Tropfen auf die Scheibe, statt auf den Hersteller zu schimpfen. Oder der Kunde kauft nächstes Mal halt dort, wo er seine Tropfen kriegt.
Ein Beispiel aus einer anderen Branche: Wenn ich eine Felgenfirma habe, kann ich auch nicht lange sagen, "Golf 6 -Felgen biete ich nicht an, die Idioten von VW haben so viel geändert, da kniee ich mich gar nicht erst rein, das alles rauszufinden."
Jeder Hersteller sollte seine Kunden ernst nehmen und ihnen nach dem Kauf auch einen Service bieten. Dazu gehören bei AddOns selbstverständlich kostenlose oder zum Selbstkostenpreis erstellte Updates. Mit den Achseln zu zucken und auf den Hersteller zu zeigen, bringt nichts für den Hersteller außer aufgebrachte Kunden. Der Kunde merkt sich das und kauft nächstes Mal dort, wo er diesen Service bekommt. Alle Kunden von AddOns, welche auf den Markt gekommen sind, als RW 3 bereits angekündigt war, insbesondere von jenen, welche wenige Wochen oder Tage vor den angekündigten Termin auf den Markt gekommen sind, haben meiner Meinung nach einen Anspruch auf ein problemloses Funktionieren auch unter RW 3. Dies gilt umso mehr, wenn RW 3 dann auf dem Markt ist und diese Produkte immer noch verkauft werden, obwohl es technisch gesehen, durch das Zwangsupdate via Steam, RW 2 nicht mehr gibt.
Um beim Beispiel zu bleiben: Wer zwei Wochen vor dem Verkaufsstart von Golf 6 noch Golf 5-Felgen mit dem Argument "Einmal Golf, immer Golf" verkauft, obwohl er ahnt, dass diese ohne Update nicht an Golf 6 -Achsen passen, handelt wie? Und wenn er es dann weiß, nachdem der Golf 6 auf den Markt gekommen ist?
Bleibt nur noch ein Lob an die Gemeinschaft und Kollegen wie Maik und die hier versammelten Createure, die in ihrer Freizeit versuchen, das Simulatorerlebnis für uns Alle zu verbessern.
Gruß
Norbert