Moin,
ich möchte diesem informativen Thread ein bisschen Input geben, um vielleicht dem einen oder anderen die Angst/Unsicherheit bzgl. des Einstellungstests zu nehmen. Ich habe meinen Test (Tfz) vor einigen Wochen bei Pima in Hamburg gemacht.
Vorbereitung: Ich habe mir im Vorwege viele Gedanken gemacht und war unsicher, wie ich mich optimal vorbereiten soll. Zwar vermittelt einem das Online-Seminar der DB einige Infos, im Nachgang muss ich sagen, die wertvollste Info daraus war: "Lasst euch nicht verrückt machen". Vorbereitet habe ich mich letztendlich mit kostenfreien Apps (NeuroNation + Cognifit) und kostenlosen Tests auf Webseiten (z.B. https://plakos-akademie.de/rea…iel-online-und-kostenlos/ ). Kostengebundene Angebote sind meines Erachtens völlig überflüssig. Ich bin der Meinung, dass man für den Eignungstest nicht wirklich lernen kann. Was aber hilft ist, das Gehirn im Vorwege zu trainieren/reaktivieren. Gerade, wenn man in meinem Alter (~ 40) ist, ist einiges unter Umständen doch schon eingerostet.
Der Testtag: Mein Tag begann um 0800 Uhr. Nach dem Ausfüllen von ein paar Zetteln gings direkt zur Urinprobe. Anschließend zügig in den Computerraum. Positiv war, dass ich meinen eigenen kleinen Raum hatte. Dort stand ein Monitor mit Maus, Kopfhörern, der bekannten Tastatur (5 farbige Knöpfe, 2 Drehregler, 1 graue Taste, 1 schwarze Taste) sowie zwei Fußpedalen. Der Pima-Mitarbeiter, welche ausnahmslos außergewöhnlich nett+locker waren, gab mir eine kurze Einführung. Zu Beginn musste ich meine Kopfhörer auf die von mir gewünschte Lautstärke einstellen. Mein Tipp: Stellt die Kopfhörer überdurchschnittlich laut. Zum einen sind die Wände bei der Pima in Hamburg dünn (man hört also viel von draußen), zum anderen reagiert man meines Erachtens bei lauten Tönen schneller als bei leisen. Bei einigen Tests geht es um Geschwindigkeit UND Präzision, bei anderen nur um Präzision. Welcher Test was erfordert, wird euch nicht gesagt. Es heißt also immer, zügig und gleichzeitig präzise zu arbeiten.
Vor jeder Aufgabe gibt es einen Testlauf, den man beliebig oft wiederholen kann. Mein Tipp: Nutzt diese Testläufe ruhig mehrmals! Sie geben SIcherheit. Nach dem Testlauf startet man mit einem Druck auf "Grün" die heiße Phase, also den Wertungsbereich.
Die Tests (Reihenfolge aus dem Gedächtnis, vielleicht habe ich auch eine Aufgabe vergessen):
Test 1, Reaktionstest: Zu sehen sind zwei weiße Kreise, die sich in unterschiedlichen Farben färben. Gleichzeitig werden Töne abgespielt. Beim Auftauchen einer bestimmten Farbe und gleichzeitigem Ertönen eines Tones muss Grün gedrückt werden. Herausforderung war, den Reflex zu drücken im Griff zu haben, wenn man zwar die Farbe sieht, aber keinen Ton hört. Diesen Test habe ich als einfach empfunden.
Test 2, Formen vergleichen: Zu sehen sind 4 Formen in einer Reihe, darunter eine weitere Form. Kommt die untere Form in der oberen Reihe vor, muss Grün gedrückt werden. Falls nicht, muss Rot gedrückt werden. Die Formen waren beispielsweise ein Viereck mit einem kleinen Dach darunter. Mein TIpp: Prägt euch ein, welche Formen in der Reihe ein Dach (o,ä. haben). Wenn ihr wisst, dass ihr nur ein Dreieck mit Dach habt, könnte ihr schnell auf Rot klicken, sobald die untere Form ein Dach hat, aber kein Dreieck ist. Auch diesen Test habe ich als einfach empfunden.
Test 3, Dovertest: Vor diesem Test hatte ich im Vorwege am meisten Respekt. Auf dem Bildschirm erscheinen farbige Kreise, zwei weiße Vierecke (links und rechts unten) und es werden ein hoher oder tiefer Ton abgespielt. Bei erscheinen eines farbigen Kreises muss auf der Tastatur die entsprechende Taste gedrückt werden, beim hohen Ton Grau, beim tiefen Ton Schwarz. Bei den weißen Viereck ist das entsprechende Fußpedal zu drücken. Der Test beginnt relativ langsam, wird aber zügig schneller. Das ist gewollt! Mein Tipp: solltet ihr rauskommen, setzt kurz ab, atmet durch und macht erst dann weiter. Der Test wird wieder langsamer, sobald der Computer merkt, dass ihr nicht mehr hinterher kommt.
Test 4, Matrizen: Gezeigt werden 9 Vierecke mit unterschiedlichen Symbolen, die sich nach bestimmten Regeln ändern. Entweder innerhalb einer Spalte oder einer Zeile. Es muss die Figur markiert werden, die nicht zu den Regeln passt. Das war die einige Aufgabe, die ich ohne Vorbereitung sehr sicher nicht bestanden hätte. Zu Beginn meiner Vorbereitung konnte ich nicht eine Matrix lösen, beim Eignungstest war ich mir bei 3/4 der Figuren sicher, die anderen fand ich knifflig.
Test 5, Auge-Hand-Koordination: Ich musste mit Hilfe der beiden Drehregler auf der Tastatur einen roten Kreis durch einen Parcour manövrieren, ohne diesen dabei zu verlassen. Gefragt waren Geschwindigkeit UND Präzision. Ich habe mich eher auf die Präzision fokussiert. Der Test ist eigentlich einfach, man muss nur unbedingt ruhig bleiben und darf nicht hektisch werden.
Test 6, Konzentrationstest: Der Test geht 30 Minuten. Auf dem Bildschirm erscheint ein graues Quadrat, was in unregelmäßigen Abständen dunkler wird. Immer dann muss möglichst schnell Grün gedrückt werden. Herausforderung: Spätestens nach 10 Minuten fällt es dem Gehirn zunehmen schwer, Grau von Schwarz zu unterscheiden. Man muss sich also sehr konzentrieren. Allerdings erkennt man den Farbwechsel trotzdem gut und ich habe den Test trotz seiner Länge als eher mittelschwer empfunden.
Test 7, Merkfähigkeit: Gezeigt wird ein Stadtplan mit verschiedenen Symbolen (Krankenhaus, Flughafen, Tankstelle etc.). Diese Symbole verschwinden nach ein paar Sekunden und man sieht den Stadtplan ohne Symbole.. Anschließend wird z.B. gefragt "Wo ist das Krankenhaus?" und man muss den entsprechenden Ort mit der Maus markeiren. Bei vielen Symbolen habe ich mich auf 5-6 Symbole fokussiert, damit ich zumindest die sicher habe.
Test 8, Fragenkatalog: Auf dem Bildschirm erscheinen Wörter (z.B.: zuverlässig), bbei denen man sagen musste, inwiefern die (von 1 (gar nicht) bis 4 (absolut)) auf einen zutreffen. Seid da einfach ehrlich, da sich einige Begriffe stark ähneln und es, so denke ich, nicht gut ankommt, wenn ihr bei zwei ähnlichen Begriffen mal "1" und mal "4" anklickt.
Der Computertest ging ungefähr 1,5 Stunden. Das hängt natürlich davon ab, wie viele Pausen man sich gönnt und wie oft man die Probedurchgänge absolviert. Anschließend geht es wieder ins Wartezimmer, kurz darauf zum Seh- und Hörtest.
Psychologisches Gespräch
Nach einer kurzen Wartezeit wurde ich zur Psychologin gebeten. Diese war sehr nett und begann das Gespräch mit meinen Testergebnissen. Ich wurde gefragt, ob ich irgendwo Schwierigkeiten hatte. Anschließend wurden die Ergebnisse besprochen. Man muss laut ihrer Aussage alle Kategorien bestehen. Zum Bestehen benötigt man 13 Punkte. Bei den Matrizen hatte ich 16 und lag damit im unteren durchschnittlichen Bereich, der Rest lag über dem "Durchschnitts-Strich". Der Fragenkatalog gibt Aufschluss über die emotionale Stabilität, diese war bei mir gegeben. Im Anschluss folgt ein Interview mit einigen Fragen. Zum Beispiel "Was ist für Sie Veranwortung?" "In welchen Situationen haben Sie schon einmal Verantwortung übernommen?". Wie beim Fragenkatalog gilt auch hier: Seid ehrlich und vor allem seid nicht zu wortkarg. Erzählt ruhig Anekdoten aus eurem Leben. Bei mir gab es von der Psychologin nach ca. 20 Minuten grünes Licht.
Anschließend musste ich zur Blutentnahme und zur Blutdruck-Messung.
Medizinisches Untersuchung
Meine letzte Station war die, ebenfalls sehr nette, Ärztin. Diese stellte mir ein paar Fragen (z.B. Alkoholkonsum, Drogen, Vorerkrankungen). Anschließend musste ich ein paar Übungen machen (z.B. Augen zu, Finger auf Nasenspitze). Zum Abschluss wurde ein EKG gemacht. Auch hier gabs grünes Licht, alles ok.
Damit war mein Tag um ca. 1330 Uhr beendet.
Fazit: Entspannt und fokussiert bleiben.Die Tests sind fordernd, aber kein Hexenwerk und meines Erachtens für einige sogar ohne Vorbereitung gut machbar, sofern das Gehirn nicht vollständig eingerostet ist. Mir hat meine Vorbereitung dennoch viel geholfen, vor allem für die Matrizen und ein Gefühl der Sicherheit. Das Personal der Pima ist ausnahmslos sehr nett und nimmt einem mit einer lockeren Art durchaus die Anspannung. Meine Tipps: Ausreichend Schlaf (sehr wichtig), ein gutes Frühstück und eine entspannte (und gleichzeitig konzentrierte) Herangehensweise. Meines Erachtens sind die größten Durchfall-Gefahren (was für ein Wort) Anspannung und Hektik.