Ich war in den letzten Wochen fleißig - insofern kann ich auch heute schon das Eine oder Andere verkünden: das Fahrzeug als solches habe ich mittlerweile auf einem Stand, auf den ich die Tester loslassen würde Aber der Reihe nach - was hat sich getan:
- da sich die Entwicklung nun weiter hingezogen hat, eröffnete sich ganz nebenbei die Möglichkeit, nochmal einen Satz Tonaufnahmen aus einem 481er zu bekommen. Es waren zwar ohnehin schon mehrere Hundert Tonschnipsel des Originals verarbeitet, aber besser geht's bekanntlich immer: so konnte ich die Sounds für Fahrertür (deren elektrischer Ursprung auf Grund des ähnlichen Klangs bislang rein dem Siemens-Combino entnommen war) und Spiegel-Klappen näher ans Original gebracht werden. Auch die Federspeicherbremse, das Aufschließen des Fahrschalters und der pneumatische Hintergrund der Scheibenwischer haben neue Vertonungen bekommen
- in der Hauptsache habe ich mich nochmal um das Bremssystem gekümmert (danke an dieser Stelle nochmal @seppdemba, der sich von mir hat Löchern lassen
es wurde die Haltebremse ergänzt, die bei Stillstand automatisch (in Abhängigkeit von der Besetzung auf einen bestimmten Bremsruck) anlegt und bei Anforderung eines Fahrbefehls wieder löst. Außerdem habe ich das Brems-Blending dem Vorbild weiter angepasst: in der Regel wird also nun rein elektrisch gebremst, die ep-Bremse schaltet sich unterhalb 7km/h dazu. Bei einer normalen Betriebsbremsung ergibt sich damit der charakteristische Bremszylinderdruck-Verlauf, der sich auch in youtube-Videos nachvollziehen lässt. Zu verzahnen war das Ganze noch mit den Situationen, in denen nicht elektrisch gebremst werden kann, bspw. bei ausgeschaltetem Antrieb (Stichwort "Lastensegler") - hier wird anteilig die ep-Bremse auch bei Betriebsbremsungen zugeschaltet. Schließlich habe ich die Bremsleistungen so abgestimmt, dass bei Betriebs- und Schnellbremsungen etwa die originalen Bremswege erreicht werden und auch bei Lastenseglern etwa die gleiche Bremsleistung wie im Normalfall erzielt wird. So viel noch am Rande: wer meint, noch am Anfang der Bahnsteigkante mit hohen Geschwindigkeiten in den Bahnhof reinrauschen zu können, wird es nicht ganz leicht haben, an der passenden H-Tafel zum Stehen zu kommen
- auch die Steuerung des Fahr-/Bremshebels habe ich nochmal grundlegend überarbeitet: mit einem Kniff ließ sich die Nullstellungs-Raste intuitiv herausstellen und so das Handling im Fahrbetrieb deutlich verbessern
- in diesem Zuge habe ich auch eingeführt, dass es wie beim Original genau eine Fahrstellungs-Raste gibt: unterhalb der vollen Zugkraftvorwahl fällt der Fahrhebel automatisch in die Nullstellung zurück. Leider hat Railworks hier einen Bug, der das händische Halten in einer niedrigeren Stellung erschwert. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist dieses Verhalten als Option umgesetzt, die deaktiviert werden kann. Das kommt auch denjenigen zu Gute, die externe Hardware einsetzen, um den Fahr-/Bremshebel zu steuern. Hier reicht übrigens schon der Schubhebel eines Joysticks, um mehr Flair beim Bedienen zu erzeugen Besteht denn eurerseits Interesse, für sowas eine Anleitung und/oder vorgefertigte TS-Fireman-Konfiguration beizulegen?
- das bedeutet auch, dass bei schlüpfriger Schiene nicht wie bei manch anderem Fahrzeug üblich mit der Zugkraftvorgabe hantiert wird: das kann wie beschrieben durch händisches Halten des Fahrhebels schon passieren, aber naheliegender ist beim 481er, sich mit der Geschwindigkeitsvorwahl erst langsam nach oben vorzutasten. Denn kurz vor Erreichen der Sollgeschwindigkeit wird jeweils die Beschleunigung automatisch harmonisch runtergeregelt, was natürlich auch eine reduzierte Zugkraft zur Folge hat - was wiederum bei Schleuder-Situationen ausgenutzt werden kann. Na, ihr werdet bei Zeiten schon eure eigenen Erfahrungen machen Ich habe in diesem Zuge jedenfalls auch nochmal den Schleuderschutz in Details und Konfiguration angepasst.
- kleines Detail am Rande: auch der Tacho reagiert nun mit Zappeln auf Schleudern/Gleiten. Zusammen mit akustischen Rattern, dem Schleuderschutz samt ggf. automatischem Sanden ist das Schleudern so auch zu einem recht umfangreich umgesetzten Phänomen geworden, das den Tf durchaus auch nerven kann. Leider hat mich die situative, streckenseitige Reibwert-Vorgabe von Railworks noch nie überzeugt.. aber sollten sich da noch nachträgliche Erkenntnisse ergeben, lassen die sich auch später einarbeiten...
- zu weiteren kleinen Anpassungen, bspw. am Tempomat, erspare ich euch an dieser Stelle die Details
Wie geht's nun weiter? Ich mache aktuell aus meiner eigenen Doku zum Fahrzeug ein Handbuch für jedermann, was bei einem derart komplexen Fahrzeug nicht zu vernachlässigen ist (daher bislang auch noch keine Erfolgsmeldung meinerseits). Zusammen mit dem letzten Szenario zum Addon packe ich dann in Kürze alles zusammen und lasse das Paket an die Tester gehen. Während dieser Phase wird die englische Lokalisation des Addons entstehen. Abhängig von den Rückmeldungen der Tester geht es dann auf die Zielgerade zu
Viele Grüße,
Benjamin