Beiträge von lol515

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    Österreich und die Schweiz haben sowas teilweise gar nicht oder nur sehr kurz.

    In Österreich sind es egal wo und wie immer mindestens 50 Meter.

    Wird sowieso meist alles Umgerüstet in den nächsten Jahren.

    Das Problem sind ja auch gar nicht die Fahrzeugseitigen Geräte, denn die waren ja sowohl in Kritzendorf als auch in Niklasdorf bei allen Fahrzeugen vorhanden. Es fehlt besonders an 1000 Hz mit Signalnachahmern und 500 Hz Magneten.

    PZB90 nicht brauchte, weil sowas würde nie bei der ÖBB passieren.

    Das ist in Wahrheit leider eine sehr verbreitete Meinung. Nicht nur bei diversen "Rostalgikern", sondern leider zum Teil auch bei den diversen ÖBB Sparten. Erst als es vor ein, zwei Jahren zu einem kleinen Unfall in Süßenbrunn kam (4020 vs. 1116) beschloss man zumindest die 1142 mit I60 aus dem Passagierdienst abzuziehen. Mehr kosmetisch aber vielleicht ein (klein bisschen) Umdenken.
    Auch Schutzweichen, bzw. zwingender Flankenschutz allgemein ist bei den ÖBB auch nichts bekanntes. Siehe die Unfälle in Kritzendorf 2009, 2017 und Meidling.

    @AlpenoStrand Es war natürlich eine Abfahrt ohne Zustimmung. ;)
    Das ich mir Infos irgendwo ausborge ist wohl klar, bin ich doch nicht selbst vor Ort. Dennoch wirst du die obige Skizze und die Zusammenfassung so nirgends 1:1 finden falls du darauf hinauswillst.


    @moritz.hoefner Nein, das HALT zeigende Ausfahrsignal H1 (ist ein Hauptsignal). Jenes das hier rot eingekreist ist (rechtes Gleis). Fahrweg 216 wieder rot, 1708 wieder blau.


    Heute gegen 12:45 kam es im steirischen Bahnhof Niklasdorf (Südbahn - Strecke 41301 - im Abschnitt Bruck an der Mur-Leoben) zu einer Flankenfahrt der Züge EC 216 (Graz Hbf - Saarbrücken Hbf) und SB 1708 (Unzmarkt - Mürzzuschlag) bei der eine Person ums Leben kam und 22 weitere zum Teil schwer verletzt wurden.


    Der EC 216 war 20 Minuten zu spät unterwegs und fuhr ab Bruck an der Mur Stadtwald (Abzw. Richtung/Von Graz) planmäßig auf dem Gegengleis (Gleis 1). Im Bahnhof Niklasdorf standen zu der Zeit die pünktlichen SB 1708 und die SB 4561 (unterwegs auf Gleis 2 von Bruck an der Mur, Richtung Leoben). Da es nur zwei Bahnsteige im Bahnhof gibt, diese sich auf den durchgehenden Hauptgleisen befinden und beide belegt waren, mussten SB 1708 und EC 216 praktisch "kreuzen" weswegen EC 216 über die Weiche 7 auf das Gleis 5 gelenkt werden sollte.


    Als die SB 1708 in den Bahnhof einfuhr, passierte sie das VORSICHT zeigende Ausfahr-Vorsignal am Einfahrsignal "Z". Nach dem Fahrgastwechsel fuhr SB 1708 allerdings ohne Zustimmung (vermutlich mit voller Beschleunigung) gegen das HALT zeigende AS "H1" und damit auch gegen den am Nachbargleis einfahrenden EC 216 an. Dies war möglich da zwischen ES und AS über 1000 Meter liegen und wie an vielen Stellen im ÖBB Netz, weder ein Signalnachahmer mit 1000 Hz Magnet noch ein 500 Hz Magnet verbaut sind. Außerdem herrschte durch starken Schneefall bedingte schlechte Sicht.


    Die SB 1708 fuhr somit dem EC 216 nahezu ungebremst in die Flanke wobei der Aufprall vermutlich auf Höhe des Avmz (1. Klasse Wagen, etwa Zugmitte) erfolgte.


    Zur Verdeutlichung eine Grafik zur Gleisbelegung im Bahnhof:


    Und ein Auszug aus der Bahnhofsskizze (Blau=1708; Rot=216):


    Bild von der Unglücksstelle:



    Bemerkenswert sind die Ähnlichkeiten mit dem Zugsunglück in Rüsselsheim 1990 aufgrund dessen das System PZB 90 eingeführt wurde und dessen Sicherheitsphilosophie hier nicht voll umgesetzt wurde (fehlende 500 Hz Magneten, nur ein einziger (!) im gesamten Bahnhof).
    Außerdem auch die Ähnlichkeiten mit der erst vor wenigen Wochen erfolgten, ebenfalls sehr tragischen, aber glücklicherweise nicht tödlichen, Flankenfahrt im Bahnhof Kritzendorf (Niederösterreich) bei dem auch ein ÖBB CityJet (Desiro ML; Reihe 4744) beteiligt war und bei dem ebenfalls (u.a. wegen eines fehlenden 500 Hz Magenten vor dem Schutzsignal) eine Zustimmung ohne Abfahrt mit folgender Signalüberfahrt die Ursache war.


    Hier noch eine Karte des betroffenen Bahnhofs (Weichennummern müssten eingetragen sein, Signale weiß ich nicht).
    Außerdem die Reihung des EC 216 auf vagonweb.cz.
    Der EC 216 steht im Übrigen unter keinem guten Stern, so kam es im August 2014 im Bahnhof Mannheim Hbf schon einmal zu einem Zusammenstoß einer ÖBB Lok mit dem EC 216.



    !!! Dieser Post soll möglichst sachlich informieren und nicht zu übermütigen und unnötigen Diskussionen anregen. Ich finde es nur falsch in einem Eisenbahn(simulator)forum Unglücke komplett zu verschweigen. Es wäre schön wenn wir uns hier verhalten könnten wie in anderen Threads zu Unglücken auch, die nicht geschlossen werden mussten. Quellen der obigen Darstellung sind Bilder, Grafiken und die Störungsmeldungen der ÖBB Infra AG.

    Grundsätzlich würde sich sowas auch in einem ESTW umsetzen lassen. Die elektrischen Signale werden einfach über einen Motor für das Formsignal in mechanische Bewegung umgewandelt. Kostet halt und würde keiner machen, aber technisch betrachtet kein Problem. Ist ja bei mechanischem Weichenantrieb nichts anderes.


    Kurzer Recherche dazu sagt: in Bad Herrenalb soll es so eine Konstruktion gegeben haben. (Formsignal an wesentlich modernerem Zentralstw.)

    Ja, natürlich, wie alles was ich schreibe.

    Das hat keiner behauptet, aber es ist eh egal was du oder ich schreibe. Dir rennen die Maik Goltz Jünger eh hinterher. Da kannst du auch einen Kackhaufen posten oder behaupten die Erde sei rund. Schlimmer als wir AC Jünger...

    Mir ging es nur darum zu sagen, dass es technisch möglich wäre.

    Und aus den Gleisen springende Wagen durch zu hohe Bremskräfte sind Esoterik?

    Dann fehlt dir wohl die Ausbildung und Erfahrungen mit der Vectron

    Klar fehlt mir die, aber ob man darüber so traurig sein sollte... Weiß nicht. :ugly:

    Der Lokführer dieses Zuges soll am Brenner eine 2. Lok vorne drauf bekommen haben, die einen Prüflauf forderte.
    Da diese Lok gerne mal rumzickt wenn der Druck in der HL nicht schnell genug wieder auf 5 Bar steigt, hat er angeblich die HL und HLL Kupplung zwischen beiden Loks geschlossen.
    So soll er dann auch abgefahren sein, ohne die Hähne wieder zu öffnen.

    Das sie rumzicken wäre mir neu, aber es geht schneller, weil man sich das füllen der HLL für den ganzen Zug erspart. Und es hat schon was damit zu tun. Würde die E-Bremse alleine reichen um den Zug auf V/Max zu halten wäre der Zug mit maximal 70-80 den Brenner hinab gefahren und nicht mit 120.

    Da im eigentlichen Thread Off-Topic:

    Wenn so eine moderne Lok den Zug den Berg rauf bringen kann, dann kann sie ihn auch bergab mit der E-Bremse alleine auf Vmax halten.

    Das ist ein bisserl ein Unfug. Die Bremskräfte an der Zugspitze sind auf Steilstrecken beschränkt. Soweit ich weiß in der Schweiz, jedenfalls aber in Österreich (also den Ländern die von Bergstrecken was verstehen:ugly: ) sind die Bremskräfte an der Spitze wie folgt beschränkt: 240 kN wenn mindestens die ersten sechs Wagen mit mindestens je25 Tonnen beladen sind, wobei ein RoLa Begleitwagen als solcher gilt, ansonsten 150 kN.


    Mit diesen maximal 240 kN (die man meist überhaupt nicht erreicht) hält man den Zug auf einer wirklichen Steilstrecke oder Rampe hundertprozentig nicht auf V/Max. Ganz sicher nicht am Brenner, am Arlberg, am Semmering und tausendprozentig nicht auf der Mittenwaldbahn. Wenn es nicht mehr reicht, rüttelt der "Alpinist" auch nicht wie wild am FBV oder lässt gar die AFB bremsen (haben diverse EVU sogar untersagt) sondern bremst mit der Sägezahnmethode. Das heißt: Unterschreitung der Fahrplangeschwindigkeit um mindestens 20 km/h, abhängig von Wagenzuggewicht und Zuglänge.
    Grundsatz: zwischen Lösebeginn und erneuter Bremsung mind. 90 Sekunden, Lösen nur in der Fahrtstellung! Die zur Geschwindigkeitsreduktion benötigte Zeit darf maximal 60 Sekunden betragen. Die Absenkung in der Hauptluftleitung ist daher im entsprechenden Ausmaß durchzuführen.


    Bremst man im Tandem mit 2x 240 kN (was die 189, zumindest in der Deutschen Version können oder konnten), so hat man auf Steilstrecken ganz schnell, ganz ähnliche Probleme. Da müssen die Wagen nicht einmal alt sein und wenn es dann zu einem Spannungsverlust kommt oder die E-Bremse plötzlich ausfällt wird es sowieso ganz besonders lustig.


    Das man nur mit E-Bremse nicht weit kommt hat man in Österreich auch bereits empirisch untersucht:
    Im Juni 2010 in Braz:




    Und im Jänner 2018 am Brenner:



    So nur mal an alle mehr oder weniger erfahrenen Fotografen. Die Oberleitung steht bis zu den Isolatoren am Masten unter Spannung, das hier ist also weder eine gute (noch dazu bei dem Wetter), noch eine sichere Fotostelle sondern absolut dämlich!
    Sollte jemand diesen Knallkopf aus dem Raum Hof kennen sollte man ihm das auch sagen.


    Bild von FB.