Also AFB beim Rangieren ist eigentlich nicht vorgesehen, insofern wird diese meiner Kenntnis nach da auch nicht verwendet, kann aber baureihenspezifisch oder unternehmensabhängig durchaus individuell geregelt sein. AFB Betrieb ist zudem nur mit eingegebenen Zugdaten möglich, also maximal bei einer Rangierfahrt nach erfolgter Zugfahrt.
Mit der AFB darf und kann sehr wohl gebremst werden, wenn es sich um Geschwindigkeitsverminderungen handelt, wobei das Bremsen über das Fbv doch vorrangig verwendet wird, da berechenbarer und gesteuerter.
Bei LZB Führung wird dieses ja sogar automatisch gesteuert.
Wenn per AFB gebremst wird, gibt es dazu einen hochwissenschaftlichen Rechenweg, um den Beginn des einzuleitenden, AFB gesteuerten Bremsvorganges zu ermitteln, dies dann aber ganz gewiss inklusive Sicherheits Margin.
Bis 20 Km/h Differenz muss man 1000 Meter annehmen. Ab 20 Km/h Differenz wird die Differenz mit 20 mulipliziert und 800 Meter hinzugerechnet.
Also z.B. eine Bremsung von 100 Km/h auf 70 Km/h rechne ich in diesem Fall (100 - 70) * 20 + 800 = 1400 Meter, was stark von dem abweicht, was man man manuell praktizieren würde. Zudem wäre hier ja noch die PZB zu berücksichtigen, denn bei 70 Km/h erfolgt ja auch eine 1000 Hz Beeinflussung mit entsprechenden Überwachungskurven. In der mittleren Zugart wären so eh 65 Km/h, in der unteren Zugart 50 Km/h zu Grunde zu legen.
Bezüglich der zu errechnenden Differenz gibt es die Besonderheit, dass bei einer Startgeschwindigkeit über 110 Km/h und einer Zielgeschwindigkeit < 90 Km/h nur maximal 90 für die Berechnung genommen werden dürfen.
Also z.B. eine Bremsung von 130 Km/h auf 70 Km/h rechne ich in diesem Fall (130 - 90) * 20 + 800 = 1600 Meter (statt ja eigentlich 2000 Meter)
Ein manuelles Bremsen wird hier also fast immer vorzuziehen sein.
Die Nutzung der AFB ist grundsätzlich vorgeschrieben, wobei das Wort grundsätzlich ja durchaus begründete Ausnahmen zulässt, die nicht immer einheitlich definiert sind.
So kann z.B. eine AFB Haltebremse an bestimmten Stellen nicht ausreichen, einen Zug festzuhalten. Dann wird der Zug über das Fbv angebremst und anschliessend ohnen AFB angefahren. Ohne AFB kann man auch deutlich sportlicher anfahren, was gerade bei Verspätungen hilfreich ist. Real hat die AFB feste Beschleunigungswerte, welche angestrebt und eingehalten werden, auch wenn noch mehr ginge.
Die Nutzung der AFB soll ja vornehmlich den Tf entlasten, wobei diese aber nicht vorausschauend denken und fahren kann. Hier sind also immer noch manuelle Engriffe nötig, besonders um energieoptimal zu fahren.
Bremsungen auf Halt werden manuell vollzogen, was insbesondere bei LZB Führung und einem Bahnsteighalt mit LZB Halt am Ende wichtig ist.