Auch Dein Beitrag, Kollege Souldream, ist zwar kein "haltloser Mist" - so etwas würde ich niemals zu einem Kollegen sagen - aber trotzdem nicht korrekt, sondern entspricht eher den Märchen, die der DB-Konzern seinen Mitarbeitern immer wieder gern erzählt.
Die Ausschreibungen enthalten keinesfalls "fertige" Züge, sondern nur Anforderungen, welche das Eisenbahnunternehmen erfüllen muss, wenn es die Ausschreibung gewinnen möchte. Um dem Platzhirsch mit seinem vorhandenen Altmaterial keine eingebauten Vorteile zu verschaffen, wird halt neues Rollmaterial verlangt und zwar mit Eigenschaften, die auch die DB oft erst beschaffen muss.
Ein Unterschied ist es, wenn der Aufgabenträger selbst das Rollmaterial besitzt, wie bei der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachen (LNVG), und dieses den Gewinnern der Ausschreibung zur Verfügung stellt; derzeit metronom und erixx.
Welche Eisenbahngesellschaften haben denn welchen "Müll" wieder eingeführt? Dass die Züge durch die Länder bestellt werden und daher die entsprechenden Ausschreibungen auch von diesen durchgeführt werden? Ja, wer denn sonst? Früher wurde immer gemeckert, dass "der Bund" irgendwelche Strecken nicht mehr bedienen möchte, weil die ja (plötzlich) soooo wichtig seien (obwohl niemand in den Zügen sitzt), aus lokalpolitischer Sicht eine Unverschämtheit ist usw. usw. Heute dürfen die Länder entscheiden, wo die Züge fahren, unterstützt jedes Jahr durch 10.000.000.000,00 Euro Regionalisierungsmittel vom Bund.
Sicher wirst Du mir zustimmen können (es aber auf Grund der verinnerlichten Konzernmärchen aber nicht tun), dass die Qualität des Angebotes im Regionalverkehr deutlich besser bis extrem gut geworden ist, seitdem Strecken ausgeschrieben werden und die DB Konkurrenz durch private Anbieter bekommt. Welchen Druck gäbe es denn, die über 40 Jahre alten Silberlinge zu erstzen, wenn es keinen Vergleich mit einem "privaten" Flirt auf dem Nachbargleis geben würde? Richtig: keinen. Und ich wage zu behaupten: der 420er und die xWagenzüge wären auch heute noch alle unterwegs, und es würde keine 42X-Familie geben, außer vielleicht in Hannover, wegen der Expo 2000.
Gleiches gilt natürlich für alle anderen öffentlichen Bereiche, du nennst die Stadtbusse und die Müllabfuhr. Nur leider ist es hier so, dass die Einsparungen nicht an die Bürger weitergegeben werden, sondern im Stadthaushhalt verschwinden und sich für die Büger keine sichtbaren Verbesserungen ergeben. Hier helfen nur dankenswerterweise die auch vielgeschmähten Kollegen von der EU über Abgasrichtlinien z.B. zu modernen Bussen.
Übrigens: Auch bei Dir gilt das Glashaus, oder: wer mit dem Duden rumfuchtelt, sollte wenigstens selber die Rechtschreibüberprüfung vor dem Absenden benutzen.
Gruß
Norbert