Die Verkehrsanbindung der neuen Station Diebsteich wird auch in Jahrzehnten weit schlechter als die in Altona sein - und auch das Bahnhofsumfeld, im wesentlichen ein Friedhof und Lagerhallen, sprechen nicht unbedingt für überragende Nachfrage.
Das mag Deine Meinung sein. Richtig ist es deshalb nicht. Ich kenne den Bahnhof Altona seit 1977. Du auch? Dann weißt auch Du, was sich dort alles zunächst nicht getan hat. Altona war bis in die 90er Jahre ein Slum, wo man nur im Notfall gern ein- und ausstieg.
Fahrzeitvorteile auf den bestehenden Relationen lassen sich durch den neuen Bahnhof auch nicht realisieren - abgesehen davon, dass die Leerzüge von DB FV schneller im Werk sind.
Auch das ist nur als "cetris paribus"-Aussage richtig. Das heißt, wenn man alles andere gleich lässt. Aber welcher Verkehrs- und Fahrplanplaner wird alles so lassen und nur den "zusätzlichen" Halt einplanen? Da werden alle Relationen neu durchgeplant werden. Genug Zeit hat man ja. Und ein großes Vorbild: Wien Hbf
Für die Relationen zwischen der Hamburger Innenstadt und z.B. Kiel wird sich die Fahrzeit durch den zusätzlichen Halt eher verlängern.
Wenn Du "DER" Giovanni bist mit dem unglaublichen Vorrat an Fahrplänen und Bahnwissen im Kopf, dann weißt Du, seit wann die von Dir genannten Relationen Altona "links liegen" lassen und von Holstenstraße direkt nach Elbgaustraße fahren. Das ist noch nicht so lange. Vorher hat man durch den Schlenker nach Altona auch ohne Lokwechsel immer locker eine halbe Stunde verloren.
Im nationalen Tagesfernverkehr ist der Anteil der Wende- und Triebzüge bereits sehr hoch - und wird wegen der 44 bestellten Steuerwagen bereits vor der Auslieferung der ICx nochmals steigen.
Trotzdem bedeutet ein Kopfbahnhof immer betrieblichen Aufwand. Ein schneller Richtungswechsel ist nur möglich, wenn am Zugende bereits ein neuer Lokführer bereitsteht, so dass der "alte" Lokführer nicht am ganzen Zuge entlanglatschen muss. Dies gilt für alle Zugarten und auch für Züge mit Steuerwagen etc.[/quote]
Unterm Strich steht für mich fest: Das ist ein reines Städtebauprojekt, das weder der Bahn noch den Fahrgästen relevante Vorteile bringt. Dafür überwiegen die Nachteile - so lange die S4 West nicht realisiert ist - sogar erheblich.
Schade, dass das bereits fest steht. Dann werden die hier genannten Argumente Dich auch nicht umstimmen können.
Gruß
Norbert